Bauchspeicheldrüsenkrebs: Neue Erkenntnisse über die Verbindung zwischen Nervensystem und Tumor und ihre Implikationen für die Therapie
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Bauchspeicheldrüsenkrebs: Neue Erkenntnisse über die Verbindung zwischen Nervensystem und Tumor und ihre Implikationen für die Therapie

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Eine tödliche Krankheit

Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den aggressivsten und am schwersten zu bekämpfenden Krebsarten. Die Überlebensrate nach fünf Jahren liegt nur bei sieben Prozent. Selbst eine Kombination mehrerer Chemotherapeutika kann das Fortschreiten der oft inoperablen Tumoren nur selten aufhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Pankreaskarzinom zunächst kaum spezifische Symptome verursacht und daher meist zu spät erkannt wird.

Die Entdeckung der Pseudosynapsen

Eine neue Studie der Technischen Universität München unter der Leitung von Lei Ren und Ihsan Ekin Demir hat nun einen weiteren Grund für das rasante Wachstum dieser Krebstumore entdeckt: Bauchspeicheldrüsenkrebs missbraucht das Nervensystem für sein Wachstum und seine Ausbreitung. Die Forscher analysierten Gewebeproben und Zellkulturen von Pankreastumoren mithilfe von Fluoreszenzmarkern unter dem Elektronenmikroskop und fanden heraus, dass die Tumore spezielle Kontaktstellen zu den Nerven ausbilden, die Pseudosynapsen genannt werden. Diese ähneln in ihrem Aufbau den Synapsen des Nervensystems und tragen zahlreiche Andockstellen für den Neurotransmitter Glutamat.

Die Rolle von Glutamat und Calcium

Wenn das Glutamat an die NMDA-Rezeptoren bindet, öffnet sich ein Kanal und Calcium strömt von außen in die Krebszelle ein. Das setzt weitere molekulare Prozesse in Gang, die dafür sorgen, dass der Tumor wächst und Metastasen bildet. Die neurophysiologischen Prozesse an diesen Krebs-Nerv-Kontaktstellen ähneln den Vorgängen an normalen Synapsen des Nervensystems, mit dem Unterschied, dass bei den Pseudosynapsen keine elektrischen Aktionspotenziale entstehen.

Die Bedeutung der Studie für die Therapie

Die Studie liefert eine weitere Erklärung dafür, warum Bauchspeicheldrüsenkrebs so rasant wächst und so oft Metastasen bildet. Sie unterstreicht aber auch die entscheidende Rolle der Verbindung zwischen Nervensystem und Tumor für das Tumorwachstum und seine Ausbreitung. In Versuchen mit Mäusen ist es den Forschern bereits gelungen, die Glutamat-Rezeptoren der Tumorzellen mit einem Medikament zu blockieren. Als Folge wuchs der Bauchspeicheldrüsenkrebs langsamer, bildete weniger Metastasen und die Mäuse überlebten länger.

Die Suche nach neuen Medikamenten

Die Forscher hoffen nun, ein solches Medikament auch für den Einsatz beim Menschen zu finden. Sie suchen aktuell mit bioinformatischen Methoden nach zugelassenen Medikamenten, die neben ihrer eigentlichen Funktion auch diese spezifischen NMDA-Rezeptoren der Pankreaskrebszellen blockieren können. Therapien, die an der Schnittstelle zwischen Nervensystem und Tumor ansetzen, könnten in Zukunft völlig neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen und die Überlebenschancen der Patienten verbessern.

Quiz

  1. 1. Warum ist Bauchspeicheldrüsenkrebs so schwer zu behandeln?




  2. 2. Was sind Pseudosynapsen?


  3. 3. Was löst die Kettenreaktion aus, die das Tumorwachstum fördert?


  4. 4. Was macht das Medikament in den Versuchen mit Mäusen?


  5. 5. Was suchen die Forscher jetzt?


  6. 6. Was könnte in Zukunft neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen?


  7. 7. Was ist das Ziel der aktuellen Suche der Forscher?


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