Bildungsziele in der Familie: Wie Eltern und Kinder zu einer Meinung kommen
Konflikte über die Schulbildung
In vielen Familien gibt es unterschiedliche Vorstellungen über die schulische Zukunft der Kinder. Manche Eltern wünschen sich, dass ihr Kind das Abitur macht, während das Kind selbst andere Pläne hat. Eine Studie von Jascha Dräger und Kaspar Burger zeigt, wie sich diese unterschiedlichen Wünsche über die Schulzeit hinweg entwickeln.
Die Studie und ihre Methodik
Die Forscher nutzten Daten des Nationalen Bildungspanels, einer großen deutschen Längsschnittstudie. Sie analysierten die Angaben von rund 4200 Kindern im 3. bis 7. Schuljahr und etwa 3900 Kindern im 5. bis 9. Schuljahr. Jedes Jahr gaben die Kinder an, welchen Schulabschluss sie sich wünschten, und ein Elternteil äußerte seine Erwartungen. Die zentrale Frage war: Abitur oder kein Abitur?
Ergebnisse der Studie
Die Studie zeigt, dass sich die Bildungswünsche von Eltern und Kindern in der Regel angleichen. Besonders in der Grundschule passen sich die Kinder den Wünschen der Eltern an. Wenn die Kinder auf das Gymnasium wechseln, sind sich Eltern und Kind fast immer einig. Bei Kindern, die nicht aufs Gymnasium gehen, gibt es häufiger unterschiedliche Meinungen. Ein einmal festgelegtes Ziel, wie das Abitur, bleibt meist stabil.
Die Rolle des Schulsystems
Die Forscher erklären, dass das deutsche Schulsystem eine wichtige Rolle spielt. Da die Eltern die Entscheidung über die weiterführende Schule treffen, passen sich die Kinder oft an. In Ländern mit Gesamtschulen könnten die Ergebnisse anders ausfallen. Die Studie zeigt auch, dass zu hohe oder zu niedrige Erwartungen der Eltern die schulischen Leistungen der Kinder negativ beeinflussen können.