Braune Zwerge: Wie aus gescheiterten Sternen ein leuchtendes Paar wird
Was sind Braune Zwerge?
Braune Zwerge sind Himmelskörper, die eine Sonderstellung im Universum einnehmen. Sie sind zu massereich, um als Planeten zu gelten, aber nicht massereich genug, um wie Sterne zu leuchten. Sie bestehen hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium, können jedoch die Kernfusion von Wasserstoff zu Helium nicht aufrechterhalten. Deshalb werden sie oft als „gescheiterte Sterne“ bezeichnet.
Die Entdeckung eines besonderen Systems
Ein Team von Astronomen um Samuel Whitebook vom California Institute of Technology hat ein ungewöhnliches Paar Brauner Zwerge entdeckt. Das System mit dem Namen ZTF J1239+8347 befindet sich im Sternbild Großer Bär, etwa 1000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die beiden Braunen Zwerge umkreisen sich in einem extrem geringen Abstand von nur 380.000 Kilometern – das ist weniger als der Abstand zwischen Erde und Mond. Für eine vollständige Umkreisung benötigen sie lediglich 57 Minuten.
Ein leuchtendes Phänomen
Normalerweise sind Braune Zwerge nur im Infrarotbereich sichtbar, da ihre Oberflächentemperatur unter 1000 Grad Celsius liegt. Doch in diesem System strömt Material von einem Braunen Zwerg zum anderen. Dabei entsteht ein „Hotspot“ mit Temperaturen von über 8600 Grad Celsius. Dieser Bereich leuchtet so hell, dass das System sogar im sichtbaren Licht beobachtet werden kann. Die Helligkeit steigt alle 57 Minuten deutlich an, wenn der Hotspot ins Blickfeld rückt.
Mögliche Zukunft des Systems
Durch den ständigen Massetransfer könnte der empfangende Braune Zwerg irgendwann genug Masse ansammeln, um die Wasserstofffusion zu zünden und zu einem echten Stern zu werden. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die beiden Zwerge verschmelzen. Das resultierende Objekt hätte dann genug Masse, um als Stern zu leuchten. Mit dem Vera-Rubin-Observatorium und dem James-Webb-Weltraumteleskop hoffen die Forscher, ähnliche Systeme zu entdecken und mehr über diese faszinierenden Himmelskörper zu erfahren.