Bundesweite Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder – Arbeitgeber kritisieren Strategie
Hintergrund der Warnstreiks
Heute finden in fast allen Bundesländern Warnstreiks im öffentlichen Dienst statt. Betroffen sind vor allem Unikliniken, Hochschulen, Schulen und der öffentliche Nahverkehr. Die Gewerkschaften ver.di und dbb rufen zu den Streiks auf, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Gefordert werden sieben Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat bisher kein konkretes Angebot vorgelegt.
Betroffene Bereiche und Regionen
In Baden-Württemberg sind alle Landeseinrichtungen zum Streik aufgerufen, darunter Universitäten, Museen und Behörden. In Bayern streiken die Beschäftigten der sechs Unikliniken sowie der Universitäten. Auch in Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen kommt es zu Ausständen. In Hamburg protestieren die Beschäftigten mit einer besonderen Aktion: Einige wollen in die Elbe steigen, um gegen die "Kälte der Arbeitgeberpolitik" zu demonstrieren.
Kritik und Forderungen
Die Arbeitgeber kritisieren die Streiks scharf. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, wirft den Gewerkschaften vor, mit ihrer Strategie "Erst streiken, dann verhandeln" Vertrauen zu zerstören. Die Gewerkschaften halten dagegen: Das Angebot der Arbeitgeber – fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 29 Monaten – sei zu niedrig. Die Verhandlungen sollen morgen in Potsdam fortgesetzt werden.
Auswirkungen auf den Alltag
Die Streiks haben erhebliche Auswirkungen auf den Alltag der Bürger. In vielen Städten steht der öffentliche Nahverkehr still, Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Autofahrer müssen mit gesperrten Brücken und Tunneln rechnen. Die Gewerkschaften betonen, dass es das erste Mal in dieser Tarifrunde ist, dass alle Bereiche gleichzeitig bestreikt werden.