Chinas strategischer Aufstieg: Zwischen globaler Verantwortung und Machterhalt
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Chinas strategischer Aufstieg: Zwischen globaler Verantwortung und Machterhalt

Chinas diplomatische Offensive auf dem UN-Klimagipfel

Auf dem UN-Klimagipfel 2025 präsentierte sich China als verantwortungsbewusster globaler Akteur. Während die USA unter Präsident Donald Trump den Austritt aus zentralen multilateralen Organisationen wie der WHO und dem UNFCCC verkündeten, nutzte Chinas Präsident Xi Jinping die Gelegenheit, um in einer Videobotschaft für internationale Zusammenarbeit zu werben. Trump begründete den Rückzug der USA mit der mangelnden Vereinbarkeit dieser Organisationen mit nationalen Interessen. China hingegen positioniert sich als stabilisierende Kraft in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung.

Der Globale Süden als Schlüssel zu Chinas Einfluss

Ein zentraler Pfeiler von Chinas globaler Strategie ist die Zusammenarbeit mit dem Globalen Süden. Die "Belt and Road Initiative" (BRI) spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ursprünglich als großes Infrastrukturprojekt konzipiert, hat China die Strategie in den letzten Jahren angepasst. Statt kapitalintensiver Großprojekte setzt Peking nun auf kleinere, gezielte Investitionen, um finanzielle Risiken zu minimieren und die Verschuldung der Partnerländer zu begrenzen. Diese Anpassung zeigt, dass China langfristig plant und auf nachhaltige Einflussnahme setzt.

Wirtschaftliche Resilienz trotz US-Sanktionen

Trotz des wachsenden Drucks durch US-Zölle und Handelsbeschränkungen zeigt Chinas Wirtschaft eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2025 um fünf Prozent, und China verteidigte seinen Titel als "Exportweltmeister". Besonders die Exporte in Nicht-US-Märkte, insbesondere nach Südostasien, trugen zu diesem Erfolg bei. Diese wirtschaftliche Stärke ermöglicht es China, seine globale Position weiter auszubauen und als Gegengewicht zu den USA aufzutreten.

Bündnisse mit autoritären Staaten: Pragmatismus statt Wertegemeinschaft

China hat enge Beziehungen zu autoritär regierten Staaten wie Russland, Nordkorea und dem Iran aufgebaut. Diese Gruppe, im Westen als "CRINK" bekannt, stimmt in der UN-Generalversammlung oft ähnlich ab, insbesondere bei Themen wie Menschenrechten oder dem Krieg in der Ukraine. Experten betonen jedoch, dass diese Zusammenarbeit nicht auf gemeinsamen Werten basiert, sondern auf einem gemeinsamen Interesse: der Opposition gegen die USA. Sabine Mokry vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg weist darauf hin, dass zwischen diesen Staaten tiefes Misstrauen herrscht, auch wenn sie ihre Zusammenarbeit öffentlich demonstrieren.

Chinas langfristige Ziele: Machterhalt statt globaler Vorherrschaft

Analysten sind sich einig, dass Chinas primäres Ziel nicht darin besteht, die von den USA dominierte Weltordnung zu ersetzen. Vielmehr geht es Peking darum, den Machterhalt der Kommunistischen Partei Chinas zu sichern. Jede politische Entscheidung wird unter diesem Gesichtspunkt getroffen. China engagiert sich selektiv in internationalen Organisationen, insbesondere dort, wo es seinen nationalen Sicherheitsinteressen dient – wie etwa in der WHO, wo Taiwan als Beobachter ausgeschlossen bleibt. Gleichzeitig strebt China danach, den US-Einfluss in strategisch wichtigen Regionen wie dem asiatisch-pazifischen Raum zu verringern.

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Warum positioniert sich China als stabilisierende Kraft in der internationalen Politik?
  2. 2. Wie hat China seine Strategie bei der "Belt and Road Initiative" angepasst?
  3. 3. Warum ist Chinas Wirtschaft trotz US-Zöllen gewachsen?
  4. 4. Was ist das gemeinsame Interesse der "CRINK"-Staaten?
  5. 5. Warum engagiert sich China selektiv in internationalen Organisationen?
  6. 6. Was ist Chinas primäres Ziel in der internationalen Politik?
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