Der Gender-Care-Gap: Warum unbezahlte Arbeit ungleich verteilt ist
Was ist der Gender-Care-Gap?
Der Gender-Care-Gap beschreibt den Unterschied zwischen Männern und Frauen bei der unbezahlten Arbeit. Frauen in Deutschland machen im Schnitt etwa 43 Prozent mehr Care-Arbeit als Männer. Dazu gehören Aufgaben wie Kochen, Putzen, Kinder betreuen und Angehörige pflegen. Obwohl Männer mehr Stunden im Job arbeiten, kommen Frauen insgesamt auf mehr Arbeitsstunden, wenn man bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammenrechnet.
Die unsichtbare Last: Mental Load
Neben der sichtbaren Arbeit gibt es auch die unsichtbare Arbeit, den sogenannten Mental Load. Das ist die geistige Arbeit, die nötig ist, um den Alltag zu organisieren. Dazu gehören Termine planen, Einkäufe erledigen und an wichtige Dinge denken. Diese Arbeit bleibt oft an Frauen hängen und führt zu einer zusätzlichen Belastung.
Gründe für den Gender-Care-Gap
Es gibt viele Gründe, warum Frauen mehr Care-Arbeit machen. Einer der Hauptgründe sind traditionelle Rollenbilder. Viele Menschen denken immer noch, dass Frauen für die Familie zuständig sind. Auch das Steuersystem in Deutschland fördert diese Ungleichheit. Das Ehegattensplitting führt dazu, dass es für Frauen oft unattraktiv ist, mehr zu arbeiten. Zudem fehlen oft gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten.
Folgen für Frauen
Frauen, die viel Care-Arbeit leisten, haben oft Nachteile im Beruf. Sie arbeiten häufiger in Teilzeit und verdienen weniger Geld. Das wirkt sich auch auf die Rente aus. Frauen bekommen weniger Rentenpunkte, weil sie weniger in die Rentenkasse einzahlen. Das führt zu einem höheren Armutsrisiko im Alter.