Die historische Weinproduktion: Neue Erkenntnisse zur natürlichen Fermentation von Rosinen
Traditionelle Annahmen zur Weinherstellung
Lange Zeit ging man davon aus, dass die ersten Winzer frische Trauben zerkleinerten und in Gefäßen lagerten, um Wein herzustellen. Die Hefen auf den Traubenschalen sollten den Zucker im Saft in Alkohol umwandeln. Doch diese Annahme wurde durch aktuelle Forschungen infrage gestellt. Wissenschaftler der Universität Kyoto haben herausgefunden, dass die Weinproduktion in der Antike wahrscheinlich anders ablief.
Die Rolle der Rosinen in der antiken Weinproduktion
Die Studie zeigt, dass sonnengetrocknete Rosinen eine zentrale Rolle spielten. Die Forscher trockneten frische Trauben auf verschiedene Weisen: in der Sonne, in einem Brutkasten oder durch eine Kombination beider Methoden. Anschließend weichten sie die Rosinen in Wasser ein und lagerten sie bei unterschiedlichen Temperaturen. Das Ergebnis: Nur die sonnengetrockneten Rosinen fermentierten zuverlässig zu Wein.
Mikrobielle Prozesse und optimale Bedingungen
Die Gärung der Rosinen wurde durch Hefen wie Saccharomyces cerevisiae, Schizosaccharomyces und Zygosaccharomyces ermöglicht. Diese Hefen kommen häufiger auf Rosinen als auf frischen Trauben vor. Die besten Ergebnisse erzielten die Forscher bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Innerhalb von zwei Wochen wurde der gesamte Zucker in den Rosinen in Alkohol umgewandelt.
Praktische und kulturelle Bedeutung der Rosinenmethode
Die Verwendung von Rosinen hatte praktische Vorteile. Rosinen sind länger haltbar als frische Trauben und konnten daher über weite Strecken transportiert werden. Dies ermöglichte auch Menschen in Regionen ohne eigene Traubenproduktion, wie etwa in Skandinavien, die Herstellung von Wein. Die Studie deutet darauf hin, dass der Handel mit Rosinen eine wichtige Rolle in der Verbreitung der Weinproduktion spielte.
Offene Fragen und zukünftige Forschungen
Trotz der neuen Erkenntnisse bleiben Fragen offen. Wie gelangen die Hefen auf die Rosinen? Werden sie durch Insekten übertragen? Und wie beeinflussen verschiedene Hefearten den Geschmack des Weins? Die Forscher planen weitere Studien, um diese Fragen zu klären. Zudem wollen sie die historischen Produktionsbedingungen in trockeneren Klimazonen nachahmen, um die antike Weinherstellung noch besser zu verstehen.