Die Massenmigration der Sonnenzwillinge: Wie unsere Sonne durch die Milchstraße wanderte
Die Reise der Sonne
Unsere Sonne ist heute etwa 25.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt. Doch das war nicht immer so. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Sonne und viele ihrer Altersgenossen ursprünglich viel näher am galaktischen Zentrum entstanden sind. Durch Schwerkraftturbulenzen und Gezeiteneffekte der Milchstraße sind sie an ihren heutigen Standort gewandert.
Sonnenzwillinge verraten die Geschichte
Forscher um Takuji Tsujimoto haben 6.594 sonnenähnliche Sterne untersucht, um mehr über diese Migration zu erfahren. Diese sogenannten Sonnenzwillinge sind Sterne, die in Alter, Zusammensetzung und Temperatur der Sonne sehr ähnlich sind. Sie dienen als wichtige Marker für die galaktische Entwicklung. Durch die Analyse ihres Alters und ihres Gehalts an schweren Elementen wie Eisen konnten die Wissenschaftler feststellen, wo diese Sterne ursprünglich entstanden sind.
Eine unerwartete Massenmigration
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass viele der Sonnenzwillinge in unserer Nachbarschaft aus dem inneren Bereich der Milchstraße stammen. Das bedeutet, dass die Sonne nicht allein gewandert ist, sondern Teil einer großen Massenmigration war. Interessanterweise hätte diese Migration eigentlich nicht stattfinden dürfen, weil ein zentraler Balken aus Sternen und Gas im Zentrum der Milchstraße diese Bewegung blockieren sollte.
Die Rolle des Milchstraßenbalkens
Der Balken in der Milchstraße wirkt normalerweise wie eine Barriere und verhindert, dass Sterne aus dem inneren Bereich nach außen wandern. Doch die neuen Daten zeigen, dass dies bei der Sonne und ihren Altersgenossen nicht der Fall war. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Entstehung des Balkens selbst Turbulenzen ausgelöst hat, die diese Migration ermöglichten. Das deutet darauf hin, dass der Balken später entstanden sein könnte als bisher angenommen.