Die strategische Bedeutung der russischen Hyperschallrakete "Oreschnik"
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Die strategische Bedeutung der russischen Hyperschallrakete "Oreschnik"

Putins Wunderwaffe: Die "Oreschnik" im Fokus

Russland hat erneut seine Mittelstreckenrakete "Oreschnik" eingesetzt, diesmal gegen strategische Ziele im Westen der Ukraine. Präsident Wladimir Putin bezeichnet die Rakete als "Wunderwaffe", die bisher niemand auf der Welt besitze. Mit einer Reichweite von 5.500 Kilometern kann die "Oreschnik" nicht nur ganz Europa, sondern auch Teile der USA erreichen. Doch während der Kreml die Rakete als unbesiegbar darstellt, zeigen Experten Skepsis hinsichtlich ihres tatsächlichen militärischen Nutzens.

Symbolik und psychologische Kriegsführung

Der Einsatz der "Oreschnik" ist vor allem ein symbolischer Akt. Putin will damit sowohl der Ukraine als auch dem Westen signalisieren, dass Russland über Waffen verfügt, gegen die es kaum Abwehrmöglichkeiten gibt. Militärexperte Gustav Gressel von der Wiener Verteidigungsakademie betont, dass es Putin darum geht, Verunsicherung in Europa zu streuen. Besonders brisant ist der Zeitpunkt: Gerade erst haben europäische Länder beschlossen, der Ukraine nach einem möglichen Waffenstillstand Sicherheitsgarantien zu geben. Der Einsatz der Rakete soll diese Diskussion beeinflussen und die Entschlossenheit Russlands unterstreichen.

Technische Fähigkeiten und Grenzen der "Oreschnik"

Die "Oreschnik" ist eine ballistische Mittelstreckenrakete, die in zwei Varianten existiert: mit konventionellem oder nuklearem Sprengkopf. Trotz ihrer beeindruckenden Reichweite und Geschwindigkeit gibt es erhebliche Zweifel an ihrer Einsatzbereitschaft. Experten gehen davon aus, dass die Rakete noch weiter erprobt werden muss. Da jeder Abschuss zwischen 25 und 30 Millionen Dollar kostet, dient der Einsatz auch dazu, die Rakete medienwirksam zu testen. Zudem ist die "Oreschnik" keineswegs unbesiegbar: Die NATO verfügt mit dem Raketenabwehrsystem "Arrow 3" über eine effektive Gegenmaßnahme.

Politischer Druck und internationale Reaktionen

Der Einsatz der "Oreschnik" fällt in eine Phase, in der Putin innenpolitisch unter Druck steht. Russische Hardliner fordern eine härtere militärische Gangart, insbesondere nach der Beschlagnahmung des russischen Öltankers "Marinera" durch die USA. Der Vorfall, bei dem russische Kriegsschiffe sich zurückzogen, statt einzugreifen, wurde international als Demütigung wahrgenommen. Der Einsatz der Rakete soll daher auch als Demonstration der Stärke dienen und von diesen Rückschlägen ablenken.

Langfristige Implikationen für die europäische Sicherheit

Die "Oreschnik" stellt eine neue Herausforderung für die europäische Sicherheitsarchitektur dar. Während die NATO betont, dass sie über geeignete Abwehrsysteme verfügt, zeigt der Einsatz der Rakete, dass Russland bereit ist, moderne Waffensysteme einzusetzen, um politische Ziele zu erreichen. Die psychologische Wirkung auf die europäische Bevölkerung und die politischen Entscheidungsträger könnte jedoch langfristig schwerwiegender sein als der militärische Nutzen der Rakete selbst. Die Frage bleibt, ob der Westen auf diese Provokation mit einer weiteren Eskalation oder mit diplomatischen Mitteln reagieren wird.

Quiz

  1. 1. Welche Reichweite hat die "Oreschnik"-Rakete?




  2. 2. Warum bezeichnet Putin die "Oreschnik" als "Wunderwaffe"?



  3. 3. Welches System kann die "Oreschnik" abwehren?




  4. 4. Warum steht Putin innenpolitisch unter Druck?



  5. 5. Was war der Auslöser für den jüngsten Einsatz der "Oreschnik"?



  6. 6. Welche langfristigen Auswirkungen könnte der Einsatz der "Oreschnik" haben?



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