Die Ozeane als Klimapuffer: Warum ihre Erwärmung besorgniserregend ist
Die zentrale Rolle der Ozeane im Klimasystem
Die Ozeane sind die wichtigsten Klimapuffer unseres Planeten. Sie absorbieren etwa 90 Prozent der überschüssigen Wärme, die durch den anthropogenen Treibhauseffekt entsteht. Diese Wärmeaufnahme mildert die Auswirkungen des Klimawandels auf die Atmosphäre. Doch die Ozeane zahlen einen hohen Preis: Sie erwärmen sich immer weiter, und das hat gravierende Folgen für marine Ökosysteme und das globale Klima.
Rekordwerte und beschleunigte Erwärmung
Im Jahr 2025 haben die Ozeane erneut einen Wärmerekord erreicht. Die oberen 2.000 Meter der Meere nahmen etwa 23 Zettajoule mehr Wärme auf als im Vorjahr. Das entspricht dem 37-Fachen des globalen jährlichen Energieverbrauchs. Besonders alarmierend ist, dass dies der neunte Rekord in Folge ist. Die Wärmeaufnahme der Ozeane hat sich seit den 1980er-Jahren von 2,9 auf 11,4 Zettajoule pro Jahr beschleunigt. Im Jahr 2025 lag die Rate sogar doppelt so hoch wie der langjährige Durchschnitt.
Regionale Unterschiede und ihre Folgen
Nicht alle Ozeane erwärmen sich gleich schnell. Besonders betroffen sind der Südozean, der tropische und südliche Atlantik, das Mittelmeer und der nördliche Indische Ozean. Der Südozean allein hat im letzten Jahr zehn Zettajoule Wärme aufgenommen – viermal mehr als im Durchschnitt der letzten 20 Jahre. Diese regionalen Unterschiede haben weitreichende Konsequenzen: Sie beeinflussen Meeresströmungen, verstärken marine Hitzewellen und führen zu einem Rückgang des Sauerstoffgehalts im Wasser.
Langfristige Auswirkungen auf das Klimasystem
Die anhaltende Erwärmung der Ozeane hat tiefgreifende Auswirkungen auf das globale Klimasystem. Wärmere Meere führen zu einem Anstieg des Meeresspiegels, da sich Wasser bei Erwärmung ausdehnt. Zudem intensivieren sich Wetterextreme wie Stürme und Starkregen. Die Schichtung des Meerwassers wird stabiler, was den Austausch von Nährstoffen und Sauerstoff zwischen den Wasserschichten erschwert. Dies bedroht marine Ökosysteme und die Artenvielfalt.
Lösungsansätze und Handlungsbedarf
Die Erwärmung der Ozeane wird erst enden, wenn die globalen Treibhausgasemissionen auf Netto-Null reduziert werden. Dies erfordert eine umfassende Transformation der Energieversorgung, der Industrie und des Verkehrs. Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Landnutzung sind zentrale Bausteine. Zudem müssen internationale Abkommen wie das Pariser Klimaabkommen konsequent umgesetzt werden, um die Ziele zur Begrenzung der Erderwärmung zu erreichen.