Die US-Einwanderungsbehörde ICE: Expansion und Kontroversen
Die Expansion von ICE
Die US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) ist seit der zweiten Amtszeit von Donald Trump stark gewachsen. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich von 10.000 auf 22.000 mehr als verdoppelt. Diese Expansion ist historisch einmalig und wurde durch eine groß angelegte Rekrutierungskampagne des US-Heimatsschutzministeriums ermöglicht. Ziel war es, „qualifizierte patriotische Amerikaner“ für die Behörde zu gewinnen. Im Jahr 2025 wurden 605.000 Menschen abgeschoben, und 1,9 Millionen sollen sich „freiwillig selbst abgeschoben“ haben.
Kritik an der verkürzten Ausbildung
Die Ausbildung für neue ICE-Mitarbeiter wurde von 16 auf 8 Wochen verkürzt. Zudem wurde die Pflicht, Spanisch zu lernen, abgeschafft. Kritiker bemängeln, dass die verkürzte Ausbildung zu mangelnder Vorbereitung führt. Besonders nach dem Tod von Renee Nicole Good, die von einem ICE-Mitarbeiter erschossen wurde, gibt es massive Kritik. Viele Staatsanwälte traten aus Protest zurück. Experten wie die Strafrechtlerin Melissa Hamilton warnen, dass die Qualität der Mitarbeiter unter der schnellen Rekrutierung leiden könnte.
Zielgerichtete Rekrutierung und politische Botschaften
ICE setzt auf eine aggressive Werbekampagne, die sich an bestimmte Zielgruppen richtet. Mit einem Budget von 100 Millionen Dollar werden Anzeigen in sozialen Medien geschaltet und Influencer auf Plattformen wie Rumble eingesetzt. Die Kampagne nutzt Symbole wie „Uncle Sam“ und das Gemälde „American Progress“, um patriotische Gefühle anzusprechen. Besonders Menschen aus der Arbeiterschicht und Anhänger von Trumps „America First“-Politik sollen angesprochen werden. Geofencing-Technologien werden genutzt, um gezielt Nutzer in der Nähe von Militärstützpunkten oder Waffenmessen anzusprechen.
Erfolg und Bedenken
Die Rekrutierungskampagne war quantitativ erfolgreich: Die Zahl der Mitarbeiter hat sich deutlich erhöht. Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich der Qualifikation der neuen Mitarbeiter. Die Altersgrenzen für Bewerber wurden abgeschafft, was den Pool potenzieller Kandidaten erweitert. Kritiker befürchten, dass die schnelle Expansion zu Lasten der Professionalität geht. Das Heimatschutzministerium betont hingegen, dass die neuen Mitarbeiter „strikte Standards“ erfüllen und das Ziel verfolgen, „Amerika wieder sicher zu machen“.