Digitalisierung des Sozialstaats: Ein Online-Portal soll Bürokratie abbauen
Aktuelle Probleme im Sozialstaat
In Deutschland gibt es viele Sozialleistungen wie Kindergeld, Wohngeld oder Arbeitslosengeld. Doch der Weg zu diesen Hilfen ist oft kompliziert. Viele Menschen müssen lange auf ihr Geld warten. Anträge sind schwer zu verstehen und müssen oft persönlich abgegeben werden. Jacqueline, eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern, berichtet von Wartezeiten von vier bis sechs Wochen. Manchmal wusste das Jobcenter nicht, dass die Kindergeldstelle den Antrag noch nicht bearbeitet hatte.
Die geplante Reform
Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) plant eine große Reform des Sozialstaats. Ein zentraler Punkt ist die Einführung eines Online-Portals. Über dieses Portal sollen alle Sozialleistungen gebündelt und digital beantragt werden können. Kindergeld soll zum Beispiel automatisch von Geburt an gezahlt werden. Das Ziel ist, die Bürokratie zu verringern und den Zugang zu Hilfen zu erleichtern.
Hoffnung auf Verbesserungen
Jacqueline und Bernd Siggelkow, Gründer der "Arche" in Berlin-Hellersdorf, begrüßen die Pläne. Siggelkow arbeitet seit 30 Jahren mit benachteiligten Familien. Er berichtet, dass viele Eltern sich schämen, zum Amt zu gehen. Besonders Alleinerziehende und Menschen mit wenig Bildung haben Schwierigkeiten, die komplizierten Anträge zu verstehen. Ein einfaches Online-Portal könnte hier Abhilfe schaffen.
Herausforderungen und Wünsche
Trotz der Hoffnungen gibt es auch Bedenken. Siggelkow wünscht sich, dass das Portal in einer einfachen Sprache gestaltet wird. Viele Eltern in der "Arche" sprechen kaum Deutsch. Er schlägt vor, das Portal mehrsprachig anzubieten. Außerdem sollte es Anreize für die Arbeitsaufnahme geben, zum Beispiel Hinweise auf offene Stellen. Wichtig ist ihm, dass die Reform schnell umgesetzt wird und nicht Jahre auf sich warten lässt.