Doggerland: Ein frühes Refugium für Mensch und Natur in der Eiszeit
Die Entdeckung von Doggerland
Unter der Nordsee liegt eine versunkene Landschaft: Doggerland. Vor Tausenden von Jahren verband dieses Land England mit dem europäischen Festland. Heute ist es von Wasser bedeckt, aber früher war es ein grünes Paradies mit Flüssen, Wäldern und Tieren. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass Doggerland schon viel früher lebensfreundlich war als gedacht.
Ein überraschendes Ökosystem
Forscher der University of Warwick untersuchten Sedimentproben aus der Nordsee. Sie fanden heraus, dass es in Doggerland schon vor 16.000 Jahren Laubwälder gab. Eichen, Ulmen, Erlen und Haselnuss-Sträucher wuchsen dort. Auch wärmeliebende Bäume wie Linden gab es schon früh. Das ist bemerkenswert, weil Europa zu dieser Zeit noch von der Eiszeit geprägt war. In Doggerland herrschte jedoch ein mildes Mikroklima.
Bedeutung für Mensch und Tier
Die Wälder von Doggerland boten Lebensraum für viele Tiere wie Wildschweine und Bären. Auch Menschen könnten dort gelebt haben. Doggerland war ein Refugium – ein sicherer Ort in einer sonst unwirtlichen Umgebung. Die Forscher glauben, dass Doggerland eine wichtige Rolle für die Besiedlung Europas spielte.
Das Ende von Doggerland
Vor etwa 8.000 Jahren wurde Doggerland langsam überflutet. Ein Tsunami, ausgelöst durch eine Unterwasser-Rutschung, beschleunigte diesen Prozess. Doch neue Funde zeigen, dass einige Inseln vielleicht noch länger existierten. Heute erinnert nur noch wenig an dieses verlorene Land.