Emissionshandel und CO₂-Entnahme: Chancen und Herausforderungen
Quelle, an Sprachniveau angepasst Wissenschaft

Emissionshandel und CO₂-Entnahme: Chancen und Herausforderungen

Das Emissionshandelssystem der EU

Das Emissions Trading System (ETS) der Europäischen Union ist ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Klimawandel. Unternehmen müssen Zertifikate kaufen, wenn sie CO₂ ausstoßen. Die EU reduziert die Anzahl der Zertifikate jedes Jahr. Dadurch sollen Unternehmen motiviert werden, weniger CO₂ zu produzieren. Seit der Einführung im Jahr 2005 haben sich die Emissionen in Industrie und Energiewirtschaft mehr als halbiert.

Schwächen des aktuellen Systems

Trotz der Erfolge hat das System zwei große Schwächen. Erstens sind nicht alle Sektoren einbezogen. Transport und Bau fallen erst ab 2028 unter die Regelung. Zweitens reicht das System in seiner aktuellen Form nicht aus, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Besonders in der Zementindustrie und Landwirtschaft lassen sich Emissionen oft nicht vermeiden.

CO₂-Entnahme als Lösung?

Die Europäische Kommission plant, das ETS 2026 zu reformieren. Eine mögliche Neuerung ist die Integration von CO₂-Entnahme-Technologien. Zwei Verfahren stehen im Fokus: BECCS (Bioenergy with Carbon Capture and Storage) und DACCS (Direct Air Carbon Capture and Storage). BECCS nutzt Biomasse, um CO₂ zu speichern, während DACCS CO₂ direkt aus der Luft filtert. Beide Technologien könnten sogenannte negative Emissionen erzeugen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der ETH Zürich zeigt, dass die Integration von BECCS und DACCS in das ETS sinnvoll sein könnte. Bis 2050 ließen sich jährlich 68 bis 86 Megatonnen CO₂ einsparen. Zudem könnte der Preis für Zertifikate halbiert werden. Allerdings gibt es auch Risiken. Die Technologien sind noch nicht marktreif und könnten im schlimmsten Fall sogar der Umwelt schaden.

Kritische Stimmen

Experten wie Wilfried Rickels und Felix Christian Matthes bewerten die Studie unterschiedlich. Rickels sieht wichtige Orientierungshilfen für die Reform. Matthes hingegen warnt, dass die angenommenen Kosten für BECCS und DACCS zu optimistisch seien. Er schlägt vor, die Technologien in einem separaten Segment der EU-Klimapolitik zu fördern.

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Was ist das Ziel des Emissions Trading Systems (ETS)?
  2. 2. Welche Sektoren sind aktuell nicht im ETS enthalten?
  3. 3. Was sind BECCS und DACCS?
  4. 4. Welche Vorteile könnten BECCS und DACCS bringen?
  5. 5. Welche Risiken gibt es bei der CO₂-Entnahme?
  6. 6. Was schlägt Felix Christian Matthes vor?
B1 Sprachniveau ändern C1