Extremismus und Fehlverhalten bei den Fallschirmjägern
Die Vorfälle in Zweibrücken
In der Niederauerbach-Kaserne in Zweibrücken, wo das Fallschirmjägerregiment 26 stationiert ist, gab es schwere Vorfälle. Soldaten sollen Drogen konsumiert, rechtsextreme Symbole gezeigt und sexuelle Belästigung begangen haben. Einige trugen Kostüme, die an Wehrmachtsuniformen erinnerten. Gegen 55 Beschuldigte wird ermittelt, neun Soldaten wurden bereits entlassen.
Reaktion der Bundeswehr
Die Bundeswehr hat schnell reagiert. Der zuständige Kommandeur wurde abberufen, und ein Aktionsplan soll eingeführt werden. Dieser Plan sieht strengere Dienstaufsicht, strukturelle Anpassungen und verstärkte Präventionsmaßnahmen vor. Verteidigungsminister Boris Pistorius nannte die Vorfälle "erschütternd".
Anfälligkeit von Eliteeinheiten
Experten wie der Historiker Klaus Naumann erklären, dass Eliteeinheiten wie die Fallschirmjäger eine besondere Binnenkultur haben. Diese Kultur kann zu einem starken Zusammenhalt führen, aber auch rechtsextreme Einstellungen begünstigen. Besonders problematisch sind ein starkes Elitebewusstsein und eine positive Sicht auf die Wehrmacht.
Studien und Statistiken
Eine Studie des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften zeigt, dass weniger als ein Prozent der Bundeswehrangehörigen konsistent rechtsextremistische Einstellungen haben. Allerdings gibt es Treiber wie politische Unzufriedenheit und ein starkes Nationalgefühl. Diese können als "Brücken" zu radikaleren Positionen wirken. Die Bundeswehr will daher mehr politische Bildung und eine stärkere Fehlerkultur fördern.