Extremwetterforschung: Wie der Klimawandel Häufigkeit und Intensität von Wetterextremen verändert
Die Zunahme von Extremwetter durch den Klimawandel
Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Starkregen und Dürren nehmen weltweit zu. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Klimawandel diese Ereignisse nicht nur häufiger, sondern auch intensiver macht. Seit dem Pariser Klimaabkommen im Jahr 2015 sind die globalen Temperaturen um 0,3 Grad Celsius gestiegen. Dieser scheinbar kleine Anstieg hat bereits deutliche Auswirkungen: Hitzewellen sind in vielen Regionen doppelt so wahrscheinlich geworden, und in einigen Gebieten, wie dem Amazonas oder Teilen Afrikas, hat sich ihre Wahrscheinlichkeit sogar verzehnfacht.
Attributionsforschung: Den Einfluss des Klimawandels messen
Die Attributionsforschung untersucht, wie stark der Klimawandel zu einzelnen Extremwetterereignissen beiträgt. Diese Disziplin hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Während 2015 der Einfluss des Klimawandels bei vielen Ereignissen noch im „Rauschen“ der natürlichen Klimavariabilität unterging, ist er heute fast immer nachweisbar. Besonders bei Hitzewellen und Überschwemmungen ist der Zusammenhang klar. Allerdings gibt es regionale Unterschiede: In Gebieten mit komplexen Wettersystemen, wie Teilen Afrikas, sind die Modelle noch unzureichend, um genaue Aussagen zu treffen.
Nichtlineare Effekte und regionale Unterschiede
Nicht alle Extremwetterereignisse reagieren linear auf den Temperaturanstieg. Während Hitzewellen und Niederschläge in der Regel proportional zur Erwärmung zunehmen, können zusätzliche Faktoren wie Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation zu nichtlinearen Effekten führen. Beispielsweise können Hochdruckgebiete in bestimmten Regionen zu einer stärkeren Erhitzung führen, als es der globale Temperaturanstieg allein erklären würde. Auch bei Schneeereignissen ist die Attribution schwierig, da kleine Temperaturunterschiede entscheiden, ob Niederschlag als Regen oder Schnee fällt.
Datenlücken und zukünftige Forschungsfelder
Trotz der Fortschritte in der Attributionsforschung gibt es noch große Datenlücken, insbesondere in Regionen wie Afrika oder Südamerika. Hier fehlen oft hochwertige Wetterdaten, was die Analyse von Extremwetterereignissen erschwert. Die Forschung konzentriert sich zunehmend auf zwei neue Schwerpunkte: die „source attribution“, die den Beitrag einzelner Akteure oder Länder zu Extremwetterereignissen untersucht, und die „impact attribution“, die die konkreten Auswirkungen des Klimawandels auf Gesellschaft und Wirtschaft analysiert. Diese Ansätze könnten helfen, die Verantwortung für den Klimawandel klarer zu benennen und gezielte Maßnahmen zu entwickeln.
Politische und gesellschaftliche Auswirkungen
Die Attributionsforschung hat die Debatte über den Klimawandel verändert. Während früher oft argumentiert wurde, dass der Klimawandel ein Zukunftsproblem sei, ist heute klar: Er findet hier und jetzt statt. Die Mehrheit der Menschen versteht, dass Extremwetterereignisse durch die globale Erwärmung verschlimmert werden. Dennoch bleibt die politische Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen hinter den wissenschaftlichen Erkenntnissen zurück. Die Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass Aufklärung und Daten wichtig sind, um die Dringlichkeit des Handelns zu unterstreichen.