Freiwillige Rückkehr nach Syrien: Zwischen Hoffnung und Realität
Unterstützung für Rückkehrer
Im vergangenen Jahr sind fast 3700 Syrerinnen und Syrer aus Deutschland in ihre Heimat zurückgekehrt. Die deutsche Regierung unterstützt diese Rückkehr mit finanzieller Hilfe. Erwachsene erhalten 1000 Euro, Kinder 500 Euro. Außerdem werden die Flugkosten übernommen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sieht darin einen Erfolg seiner Migrationspolitik. Insgesamt hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im letzten Jahr über 16.000 Menschen bei der freiwilligen Ausreise unterstützt.
Die humanitäre Lage in Syrien
Doch die Situation in Syrien bleibt schwierig. Viele Städte sind zerstört, und die Infrastruktur ist kaum vorhanden. Sandra Lorenz von der Johanniter Auslandshilfe erklärt: "Die Menschen, die heute dort leben, werden immer wieder durch anhaltende Kämpfe vertrieben." Besonders betroffen sind Städte wie Aleppo und Afrin. Selbst in der Hauptstadt Damaskus ist die Lage angespannt. Nach einem schweren Erdbeben vor drei Jahren ist der Wiederaufbaubedarf enorm.
Kritik an der Rückkehrpolitik
Nicht alle teilen die positive Einschätzung der deutschen Regierung. Iris Schwerdtner, Vorsitzende der Linken, kritisiert die Rückkehrdebatte scharf: "In Syrien herrschen weiterhin bürgerkriegsähnliche Zustände. Deutschland sollte niemanden dorthin abschieben oder zur Rückkehr bewegen." Sie hält die Diskussion für unangemessen, solange die Sicherheit der Menschen nicht gewährleistet ist.
Wiederaufbau und Zukunftsperspektiven
Trotz der schwierigen Lage gibt es Bemühungen, Syrien wieder aufzubauen. Deutschland unterstützt den Wiederaufbau von Krankenhäusern und Schulen. Nahla Osman, stellvertretende Vorsitzende des Verbands deutsch-syrischer Hilfsvereine, berichtet: "In Harasta, einem Vorort von Damaskus, steht nicht ein Haus, das bewohnbar ist." Gleichzeitig gibt es Pläne, Deutsch als Schulfach in Syrien einzuführen, um Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt auszubilden. Osman betont jedoch: "Die meisten Syrer in Deutschland sind integriert und wollen nicht unter diesen Bedingungen zurück."