Deutsch-chinesische Beziehungen im Fokus: Merz' Peking-Besuch zwischen wirtschaftlicher Kooperation und geopolitischen Herausforderungen
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Deutsch-chinesische Beziehungen im Fokus: Merz' Peking-Besuch zwischen wirtschaftlicher Kooperation und geopolitischen Herausforderungen

Diplomatische Initiativen und wirtschaftliche Ziele

Bundeskanzler Friedrich Merz hat zu Beginn seiner China-Reise die Bedeutung der deutsch-chinesischen Beziehungen hervorgehoben. Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Li Qiang in der Großen Halle des Volkes betonte Merz die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zu stärken. "Ich lege großen Wert darauf, diese Beziehungen zu erhalten und zu vertiefen", sagte Merz. Er verwies auf das "große Potenzial für weiteres Wachstum" beider Volkswirtschaften und kündigte an, dass in den kommenden Monaten Fachminister aus Deutschland nach China reisen werden, um den Dialog zu intensivieren.

Handelsbeziehungen und strukturelle Ungleichgewichte

China ist seit Jahren Deutschlands wichtigster Handelspartner. Im Jahr 2025 summierten sich Importe und Exporte auf über 250 Milliarden Euro. Allerdings zeigt die Handelsbilanz ein deutliches Ungleichgewicht: Deutschland importierte mehr als doppelt so viel aus China, wie es dorthin exportierte. Diese Schieflage war ein zentrales Thema der Gespräche. Beide Seiten unterzeichneten fünf Regierungsabkommen, darunter eines zur Wiederaufnahme des Exports von deutschem Schweinefleisch, das 2020 aufgrund der Afrikanischen Schweinepest gestoppt worden war. Ein weiteres Abkommen zielt auf die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel ab.

# Strategische Partnerschaft und geopolitische Spannungen

Im Anschluss an das Treffen mit Li Qiang traf Merz den chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Merz betonte die gemeinsame Verantwortung beider Länder als zwei der größten Industrienationen der Welt. Xi Jinping zeigte sich offen für eine Vertiefung der "umfassenden strategischen Partnerschaft" zwischen China und Deutschland. Neben wirtschaftlichen Themen stand auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine auf der Agenda. China gilt als engster Verbündeter Russlands, was die Gespräche zusätzlich belastete. Merz machte deutlich, dass Deutschland eine klare Position in diesem Konflikt vertritt.

Wirtschaftlicher Erfolg: Großauftrag für Airbus

Ein konkreter Erfolg des Besuchs war die Ankündigung eines Großauftrags für den europäischen Luftfahrtkonzern Airbus. China wird bis zu 120 zusätzliche Flugzeuge bestellen. Dieser Auftrag ist nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg für Airbus, sondern auch ein Signal für die Bedeutung der europäischen Luftfahrtindustrie. Merz bezeichnete die Bestellung als "wichtigen Schritt für die Zusammenarbeit zwischen Europa und China".

Internationale Einordnung und zukünftige Perspektiven

Der Besuch von Friedrich Merz steht im Kontext einer Reihe von Reisen westlicher Politiker nach China. In den vergangenen Monaten haben unter anderem der britische Premierminister Keir Starmer, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kanadas Regierungschef Mark Carney Peking besucht. Diese Besuche zeigen das Bestreben westlicher Staaten, die Beziehungen zu China trotz geopolitischer Spannungen zu stabilisieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass China eine zentrale Rolle in der globalen Wirtschaft und Politik einnimmt. Die Herausforderung für Deutschland und Europa besteht darin, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China zu stärken, ohne die eigenen Werte und Interessen zu vernachlässigen.

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Welche Ziele verfolgt Friedrich Merz mit seinem Besuch in China?
  2. 2. Warum ist die Handelsbilanz zwischen Deutschland und China unausgeglichen?
  3. 3. Welche Abkommen wurden bei dem Treffen unterzeichnet?
  4. 4. Welche geopolitischen Themen wurden bei dem Treffen mit Xi Jinping besprochen?
  5. 5. Was war ein konkreter wirtschaftlicher Erfolg des Besuchs?
  6. 6. Welche anderen westlichen Politiker haben kürzlich China besucht?
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