Neue Erkenntnisse über die frühesten Holzwerkzeuge der Menschheit in Griechenland
Archäologische Sensation in Griechenland
Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Annemieke Milks hat in der Ausgrabungsstätte Marathousa 1 im griechischen Megalopolis-Becken die bisher ältesten Holzwerkzeuge Europas entdeckt. Die Funde datieren auf etwa 430.000 Jahre vor unserer Zeit und werfen ein neues Licht auf die Fähigkeiten und das Leben der Frühmenschen, insbesondere der Art Homo heidelbergensis.
Die Werkzeuge und ihre Bearbeitung
Die bedeutendsten Funde umfassen einen 81 Zentimeter langen Grabstock aus Erlenholz sowie ein kleines, nur etwa fünf Zentimeter langes Holzstück. Der Grabstock zeigt deutliche Bearbeitungsspuren: Die Rinde wurde entfernt, und die Seitenäste wurden abgeschlagen. Das spitze Ende weist Kratzer auf, die auf seine Nutzung als Grabwerkzeug hindeuten. Das kleinere Holzstück könnte zum Nachschärfen von Steinwerkzeugen gedient haben, da es in der Nähe von Steinwerkzeugen gefunden wurde.
Kontext und Lebensumfeld
Die Werkzeuge wurden in der Nähe eines Elefantenkadavers gefunden, was darauf hindeutet, dass die Frühmenschen sie nutzten, um Fleisch von dem toten Tier zu schneiden. Das Megalopolis-Becken bot zu dieser Zeit ideale Lebensbedingungen: Das Klima war gemäßigt, mit einer Jahresmitteltemperatur von etwa fünf bis sieben Grad, und die Landschaft bestand aus offenen Wäldern, die reich an Nahrung waren.
Vergleich mit anderen frühen Holzfunden
Die Funde aus Griechenland gehören zu den ältesten bekannten Holzwerkzeugen mit Bearbeitungsspuren. Älter ist lediglich eine Holzstruktur aus Sambia, die etwa 467.000 Jahre alt ist und möglicherweise Teil eines Bauwerks war. Eine Speerspitze aus Clacton-on-Sea in England ist etwa 400.000 Jahre alt. Diese Funde zeigen, dass die Nutzung und Bearbeitung von Holz bereits sehr früh in der menschlichen Evolution eine wichtige Rolle spielte.
Bedeutung der Entdeckung
Die Entdeckung der Holzwerkzeuge in Griechenland ist von großer Bedeutung für das Verständnis der kulturellen und technologischen Entwicklung der Frühmenschen. Sie belegt, dass Homo heidelbergensis in der Lage war, Werkzeuge gezielt herzustellen und zu nutzen. Zudem zeigt sie, dass diese Frühmenschen in verschiedenen Regionen Europas und Afrikas ähnliche Techniken anwandten. Die Funde unterstreichen die Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft unserer frühen Vorfahren.