Großbritannien und China: Annäherung nach Jahren der Spannungen
Ein historischer Besuch
Der britische Premierminister Keir Starmer ist zu einem viertägigen Besuch in China. Es ist das erste Mal seit acht Jahren, dass ein britischer Regierungschef nach China reist. Starmer trifft Chinas Staatschef Xi Jinping, um die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu verbessern. Die Beziehungen waren in den letzten Jahren wegen verschiedener Themen angespannt, darunter die Situation in Hongkong, die Behandlung der Uiguren und Spionagevorwürfe.
Wirtschaftliche Chancen
Starmer bringt eine Wirtschaftsdelegation mit. Er hofft auf bessere Handelsbeziehungen. Eine wichtige Nachricht: Briten brauchen bald kein Visum mehr für China, wenn sie weniger als einen Monat bleiben. Auch über eine Reduzierung der Zölle für britischen Whisky wird gesprochen. Starmer sagt: "Wir haben einige wirklich gute Fortschritte gemacht." Er hofft auf niedrigere Preise für britische Verbraucher und mehr Arbeitsplätze. Der Pharmakonzern Astrazeneca kündigt an, 15 Milliarden US-Dollar in China zu investieren.
Kritik und Bedenken
Trotz der positiven Töne gibt es auch Kritik. Einige Themen bleiben schwierig. Zum Beispiel gibt es Bedenken wegen des Baus einer neuen chinesischen Botschaft in London. Kritiker befürchten, dass die Botschaft für Spionage genutzt werden könnte. Auch die Situation des inhaftierten Hongkonger Medienmoguls Jimmy Lai sorgt für Spannungen. Starmer betont, dass er diese Themen in einer "respektvollen Diskussion" angesprochen hat.
Internationale Annäherung an China
Großbritannien ist nicht das einzige Land, das die Beziehungen zu China verbessern möchte. Auch andere westliche Länder wie Kanada, Irland, Finnland und Frankreich haben kürzlich hochrangige Gespräche mit China geführt. Viele Länder suchen nach Möglichkeiten, sich wirtschaftlich unabhängiger von den USA zu machen, besonders angesichts der "America First"-Politik von US-Präsident Donald Trump.