Iran: Studentenproteste als Ausdruck tiefer gesellschaftlicher Krisen und internationaler Spannungen
Die neue Welle der Studentenproteste
Seit dem 21. Februar 2026 haben sich die iranischen Universitäten erneut zu Zentren des Widerstands entwickelt. Studierende versammeln sich täglich, um gegen die Regierung zu protestieren. Sie gedenken der Opfer der vorangegangenen Protestwelle und skandieren Parolen wie "Tod dem Diktator" und "Tod der Islamischen Republik". Diese Proteste sind nicht nur ein Zeichen des Widerstands, sondern auch ein Ausdruck tiefer Unzufriedenheit mit dem politischen System. Einige Demonstranten fordern sogar die Rückkehr zur Monarchie, was auf eine radikale Ablehnung des bestehenden Regimes hindeutet.
Die Reaktion der Regierung und die Rolle der Sicherheitskräfte
Die iranische Führung stellt die Proteste als marginale "Ausschreitungen" dar. Die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Fars berichtet, dass nur wenige Studierende an den Protesten teilnehmen und diese größtenteils friedlich verlaufen. Doch Augenzeugenberichte zeichnen ein anderes Bild: Sicherheitskräfte und Basidsch-Milizen gehen gewaltsam gegen die Demonstranten vor. Diese Milizen kontrollieren nun den Zugang zu den Universitäten und überwachen die Anwesenheit der Studierenden. Die Gewalt hat viele Studenten schockiert und ihre Entschlossenheit, weiter zu protestieren, nur verstärkt.
Gesellschaftliche Verzweiflung und der Ruf nach externer Intervention
Die Verzweiflung der iranischen Bevölkerung zeigt sich in der wachsenden Forderung nach externer Hilfe. Einige Iraner wünschen sich gezielte militärische Angriffe der USA gegen die Regierung. Ein Soziologe der Universität Teheran erklärt, dass die Menschen keine Hoffnung mehr auf interne Reformen haben. Die Legitimität der Regierung ist seit der brutalen Niederschlagung der landesweiten Proteste im Dezember und Januar stark gesunken. Die Bevölkerung sieht keine Möglichkeit mehr, durch politische Reformen oder bürgerschaftliches Engagement Veränderungen herbeizuführen.
Internationale Spannungen und die Gefahr einer militärischen Eskalation
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA haben sich weiter verschärft. US-Präsident Donald Trump hat mit begrenzten Militärschlägen gedroht, woraufhin der Iran mit einer harten Antwort drohte. Experten wie Matthew Hoh vom Center for International Policy warnen vor einer drohenden militärischen Eskalation. Die verstärkte US-Militärpräsenz im Nahen Osten deutet auf eine mögliche Kriegsvorbereitung hin. Am 26. Februar sollen in Genf neue Verhandlungen stattfinden, um eine diplomatische Lösung zu finden. Doch die Chancen auf eine friedliche Einigung erscheinen gering.
Die historische Dimension der Proteste
Die aktuellen Proteste sind Teil einer langen Geschichte des Widerstands gegen das iranische Regime. Seit der Islamischen Revolution von 1979 gab es immer wieder Wellen des Protests, die jedoch stets brutal niedergeschlagen wurden. Die jüngsten Demonstrationen zeigen, dass die Unzufriedenheit tief sitzt und sich nicht mehr nur auf wirtschaftliche Missstände beschränkt, sondern das politische System als Ganzes infrage stellt. Die Forderung nach einer Rückkehr zur Monarchie ist ein radikaler Bruch mit der bestehenden Ordnung und deutet auf eine mögliche Neuorientierung der oppositionellen Kräfte hin.