Die Bedrohung des Pastoralismus durch den Klimawandel: Eine globale Herausforderung
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Die Bedrohung des Pastoralismus durch den Klimawandel: Eine globale Herausforderung

Die Bedeutung des Pastoralismus

Der Pastoralismus, also das traditionelle Hirtentum, ist eine der ältesten Formen der Landwirtschaft. Hirten ziehen mit ihren Herden durch Graslandschaften wie Steppen, Savannen und Pampa. Diese Lebensweise ermöglicht die Nahrungsmittelproduktion in Regionen, die für industrielle Landwirtschaft ungeeignet sind. Weltweit leben etwa 500 Millionen Menschen von der Weidewirtschaft, die besonders in Afrika und Asien eine zentrale Rolle spielt.

Klimawandel und seine Auswirkungen

Eine aktuelle Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigt, dass der Klimawandel die Existenz des Pastoralismus bedroht. Durch steigende Temperaturen und zunehmende Dürren könnten bis zur Jahrhundertwende bis zu 95 Prozent der europäischen Weideflächen unbrauchbar werden. In Afrika könnten zwischen 16 und 65 Prozent der Weidegebiete verloren gehen. Diese Veränderungen gefährden nicht nur die Lebensgrundlage von Millionen Menschen, sondern auch die biologische Vielfalt der Graslandökosysteme.

Sozioökonomische Folgen

Besonders betroffen sind Länder, in denen der Pastoralismus einen großen Teil der Wirtschaft ausmacht. In einigen afrikanischen Staaten trägt die Weidewirtschaft bis zu 80 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion bei. Der Verlust der Weideflächen würde zu Nahrungsmittelknappheit und wirtschaftlicher Instabilität führen. Zudem verschärft die Konkurrenz durch intensive Landwirtschaft und Flächenumwandlung die Probleme der Hirten.

Ökologische Funktionen des Pastoralismus

Graslandschaften spielen eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Sie speichern etwa 20 Prozent des globalen Bodenkohlenstoffs und tragen zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Studien zeigen, dass zwei Drittel der globalen Biodiversitäts-Hotspots in Weidelandschaften liegen. Der Pastoralismus hilft auch, Brände zu verhindern, indem er die Vegetation kurz hält. Diese ökologischen Funktionen werden zunehmend anerkannt, wie die Ausrufung des Jahres 2026 zum "Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums" durch die Vereinten Nationen zeigt.

Lösungsansätze und Zukunftsperspektiven

Experten betonen die Notwendigkeit, den Pastoralismus zu stärken und nachhaltige Weidemanagement-Praktiken zu fördern. Dies könnte nicht nur die Lebensgrundlage der Hirten sichern, sondern auch zum Erreichen globaler Ziele im Kampf gegen Hunger, Klimawandel und Artensterben beitragen. Die Resilienz der Hirten, die sich über Jahrtausende an Klimaveränderungen angepasst haben, bietet Hoffnung. Dennoch erfordert der aktuelle Klimawandel globale Anstrengungen, um die Weidewirtschaft zu erhalten und zu schützen.

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Was ist Pastoralismus?
  2. 2. Wie viele Menschen leben weltweit von der Weidewirtschaft?
  3. 3. Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Weideflächen?
  4. 4. Warum ist der Pastoralismus wichtig für die Wirtschaft einiger Länder?
  5. 5. Welche ökologischen Funktionen hat der Pastoralismus?
  6. 6. Was haben die Vereinten Nationen beschlossen?
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