Klimawandel und marine Ökosysteme: Die Krakeninvasion 2025 an Englands Küsten
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Klimawandel und marine Ökosysteme: Die Krakeninvasion 2025 an Englands Küsten

Ein ungewöhnliches Phänomen im Ärmelkanal

Anfang 2025 erlebten Fischer an den Küsten von Cornwall und Devon ein ungewöhnliches Naturschauspiel: Statt der üblichen Fänge von Muscheln und Hummern zogen sie plötzlich massenhaft Gewöhnliche Kraken (Octopus vulgaris) aus dem Meer. Normalerweise sind diese Kopffüßer in wärmeren Gewässern wie dem Mittelmeer oder subtropischen Regionen des Atlantiks beheimatet. Die plötzliche Invasion dieser Tiere in den kühleren Gewässern des Ärmelkanals überraschte nicht nur die Fischer, sondern auch die Wissenschaftler. Ein Team um Thomas Stewart vom Plymouth Marine Laboratory untersuchte die Ursachen dieses Phänomens und veröffentlichte seine Erkenntnisse.

Biologische und ökologische Faktoren

Die Krakeninvasion lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Einer der wichtigsten ist die Wassertemperatur. Kraken bevorzugen warme Gewässer und vermehren sich darin besser. 2025 waren die Wassertemperaturen im westlichen Ärmelkanal überdurchschnittlich hoch, was zu einer erhöhten Fortpflanzungsrate führte. Gleichzeitig überlebten mehr Eier und Larven, was die Population zusätzlich vergrößerte. Ein weiterer entscheidender Faktor waren die Meeresströmungen. Ein hervorragender Brutjahrgang rund um die Insel Guernsey im Jahr 2024 sowie veränderte Salzgehalte im Wasser trugen dazu bei, dass Krakenlarven von den Kanalinseln und der nordfranzösischen Küste nach Cornwall und Devon transportiert wurden.

Auswirkungen auf die lokale Fischerei

Die massenhafte Verbreitung der Kraken hatte erhebliche Auswirkungen auf die lokale Fauna und die Fischerei. Die Kraken machten sich über Taschenkrebse, Hummer und Muscheln her, was zu einem Rückgang dieser Arten führte. Besonders betroffen waren die Kammmuscheln, die von den Kraken sogar gezielt in Hummer- und Krabbenreusen platziert wurden, um sie als Nahrungsvorrat zu nutzen. Für die Fischer bedeutete dies zunächst einen Rückgang ihrer traditionellen Fänge um 30 bis 50 Prozent. Allerdings stellten sie sich schnell auf die neue Situation ein und begannen, Kraken zu fangen und zu verkaufen. Bis August 2025 erzielten sie damit Einnahmen in Höhe von mehreren Millionen Britischen Pfund.

Klimawandel und langfristige Folgen

Die Krakeninvasion von 2025 ist ein Beispiel dafür, wie der Klimawandel marine Ökosysteme beeinflusst. Durch die Erwärmung der Meere könnten sich solche Ereignisse in Zukunft häufen. Wissenschaftler warnen, dass sich die Lebensbedingungen für Kraken in nördlichen Gewässern dauerhaft verbessern könnten. Dies hätte weitreichende Folgen für die lokale Fischerei und die marinen Ökosysteme. Fischer müssten sich möglicherweise langfristig umstellen oder sogar ihre traditionellen Fangmethoden aufgeben.

Wissenschaftliche und ökologische Bedeutung

Die Studie von Stewart und seinem Team zeigt, wie komplex die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Meeresströmungen und biologischen Prozessen sind. Die Krakeninvasion ist ein Indikator für die sich verändernden Bedingungen in den Weltmeeren. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, marine Ökosysteme genau zu beobachten und Strategien zu entwickeln, um auf solche Veränderungen zu reagieren. Gleichzeitig bietet sie eine Gelegenheit, die Anpassungsfähigkeit von Arten und die Resilienz von Ökosystemen besser zu verstehen.

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Welche Faktoren trugen zur Krakeninvasion 2025 bei?
  2. 2. Wie reagierten die Fischer auf die Krakeninvasion?
  3. 3. Welche langfristigen Folgen könnte der Klimawandel für die Krakenpopulation haben?
  4. 4. Was fraßen die Kraken an Englands Küste?
  5. 5. Warum ist die Krakeninvasion wissenschaftlich bedeutsam?
  6. 6. Welche Rolle spielten die Meeresströmungen bei der Krakeninvasion?
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