Krise bei der „Washington Post“: Entlassungen und Führungswechsel
Rücktritt von Will Lewis
Die „Washington Post“ steckt in einer tiefen Krise. Der Verleger und Vorstandschef Will Lewis verlässt die Zeitung. In einer Mitteilung an die Belegschaft schrieb er, dass während seiner Amtszeit schwierige Entscheidungen getroffen wurden. Sein Rücktritt kommt nach massiver Kritik an den jüngsten Entlassungen.
Massive Entlassungen sorgen für Empörung
Fast 300 der 800 Journalisten der „Washington Post“ wurden entlassen. Betroffen sind unter anderem alle Reporter für den Nahen Osten und die Ukraine-Korrespondentin Lizzie Johnson. Auch die Lokalnachrichten, Sportseiten und die Buchbeilage sind stark reduziert worden. Die Gewerkschaft der Mitarbeiter kritisiert die Entlassungen scharf.
Kritik an Eigentümer Jeff Bezos
Die Zeitung gehört dem Amazon-Gründer Jeff Bezos. Viele fragen sich, ob er noch bereit ist, in die Unabhängigkeit der Zeitung zu investieren. Die Mitarbeitervertretung fordert, die Entlassungen rückgängig zu machen oder die Zeitung zu verkaufen. Bezos betont jedoch, dass die „Washington Post“ eine zentrale journalistische Aufgabe habe.
Kontroverse um Will Lewis
Lewis' Amtszeit war von vielen Kontroversen geprägt. Er verantwortete mehrere Entlassungsrunden und verlor Hunderttausende Abonnenten. Zudem gab es Konflikte mit der ehemaligen Chefredakteurin Sally Buzbee. Viele in der Redaktion waren empört, als Lewis den britischen Journalisten Robert Winnett einstellen wollte, der in einen Abhörskandal verwickelt war.