Der Jemen-Konflikt: Regionaler Machtkampf und die Fragmentierung staatlicher Strukturen
Die Eskalation zwischen Regierung und STC
Der aktuelle Konflikt im Jemen eskalierte Anfang Dezember, als der Südliche Übergangsrat (STC) weite Teile der Provinzen Hadramaut und Mahra unter seine Kontrolle brachte. Der STC, ein Zusammenschluss mehrerer separatistischer Gruppen, verfolgt das Ziel, den südlichen Jemen in die Unabhängigkeit zu führen. Die jemenitische Regierung unter Präsident Rashad al-Alimi reagierte mit einem offiziellen Hilfsgesuch an Saudi-Arabien, das daraufhin Luftangriffe auf STC-Stellungen durchführte.
Die Rolle Saudi-Arabiens und der VAE
Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) waren bisher wichtige Verbündete der jemenitischen Regierung im Kampf gegen die Huthi-Rebellen. Doch die jüngsten Entwicklungen zeigen eine zunehmende Spannung zwischen den beiden Golfstaaten. Saudi-Arabien bombardierte die Hafenstadt Mukalla, nachdem angeblich Waffenlieferungen der VAE an den STC entdeckt wurden. Die jemenitische Regierung forderte daraufhin den sofortigen Abzug aller VAE-Truppen und kündigte das Verteidigungsabkommen auf.
Wirtschaftliche und strategische Bedeutung der Provinzen
Die Provinzen Hadramaut und Mahra sind von zentraler Bedeutung für die jemenitische Wirtschaft und Sicherheit. Hadramaut verfügt über erhebliche Öl- und Gasvorkommen sowie einen wichtigen Grenzübergang nach Saudi-Arabien. Mahra hingegen ist durch seine Häfen und gut ausgebauten Verkehrswege ein wirtschaftliches Kraftzentrum. Beide Provinzen sind zudem strategisch wichtig, da ihre Lage an den Grenzen zu Saudi-Arabien und Oman die regionale Stabilität beeinflusst.
Die Huthi-Miliz als Profiteur des Konflikts
Während die Allianz gegen die Huthi-Rebellen bröckelt, profitiert die vom Iran unterstützte Miliz von der aktuellen Situation. Die Huthis konnten in den vergangenen Jahren ihre Kontrolle über weite Teile des Nordjemen ausbauen. Der aktuelle Konflikt zwischen Regierung und STC schwächt die anti-huthische Koalition zusätzlich und könnte langfristig zu einer weiteren Fragmentierung des Jemen führen.
Internationale Implikationen und mögliche Lösungsansätze
Der Konflikt im Jemen ist nicht nur ein innerstaatlicher Machtkampf, sondern hat auch erhebliche regionale und internationale Dimensionen. Die Involvierung Saudi-Arabiens und der VAE zeigt, wie sehr der Jemen zum Schauplatz geopolitischer Interessen geworden ist. Eine nachhaltige Lösung des Konflikts erfordert daher nicht nur innerjemenitische Verhandlungen, sondern auch eine diplomatische Einigung zwischen den regionalen Akteuren.