María Corina Machado: Friedensnobelpreis, politische Strategien und internationale Reaktionen
Der Friedensnobelpreis und Machados umstrittene Geste
María Corina Machado, eine führende Oppositionspolitikerin aus Venezuela, erhielt im Dezember den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für demokratische Rechte in ihrem Land. Kurz nach der Verleihung kündigte sie an, den Preis an US-Präsident Donald Trump weitergeben zu wollen. Diese Geste sorgte international für Aufsehen, da der Friedensnobelpreis laut Statuten weder geteilt noch übertragen werden darf. Das Nobelkomitee bestätigte, dass die Entscheidung endgültig und unwiderruflich ist. Machados Vorhaben wirft Fragen über ihre Motive und ihre politische Strategie auf.
Trumps Haltung und Machados bedingungslose Unterstützung
Donald Trump hat Machado in der Vergangenheit wiederholt kritisiert. Nach dem Machtwechsel in Venezuela bezeichnete er sie als "nette Frau", die jedoch weder Unterstützung noch Respekt im Land genieße. Stattdessen setzt Trump auf die Kontinuität der aktuellen Regierung unter Interimspräsidentin Delcy Rodríguez. Trotz dieser öffentlichen Demütigung bleibt Machado eine treue Unterstützerin der USA und insbesondere Trumps. Diese bedingungslose Loyalität stößt in Venezuela auf Unverständnis und Kritik. Viele Bürger werfen ihr vor, persönliche Interessen über die des Landes zu stellen.
Kritik an Machados politischer Ausrichtung
Renata Segura, Programmdirektorin für Lateinamerika bei der International Crisis Group, bezeichnet Machado als die "große Verliererin" im venezolanischen Machtkampf. Ihre Unterstützung für US-Sanktionen, die vor allem die verarmte Bevölkerung trafen, und ihre Forderung nach einer militärischen Intervention der USA haben ihr den Vorwurf eingebracht, das Vaterland zu verraten. Selbst ihre Anhänger sind enttäuscht, dass sie sich demonstrativ auf die Seite Washingtons stellt und venezolanische Interessen nicht verteidigt. Segura betont, dass Trump Machados mangelnden Realismus erkannt habe, was ihre politische Position weiter schwächt.
Machados internationale Allianzen und ihre Rolle in der Opposition
Trotz der Kritik hat Machado auch bedeutende Erfolge erzielt. Sie vereinte die zersplitterte Opposition vor den Präsidentschaftswahlen 2024 und machte den Wahlbetrug international publik. Zudem baute sie Allianzen mit rechten Parteien in Europa, wie der spanischen Vox-Partei, auf. Der Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments für sie und Präsidentschaftskandidat Edmundo González wurde maßgeblich von der rechten Fraktion durchgesetzt. Dennoch bleibt ihre Strategie umstritten, da sie das oppositionelle Bündnis innerhalb Venezuelas vernachlässigt hat. Anja Dargatz von der Friedrich-Ebert-Stiftung kritisiert, dass Machado keine dialogorientierte Friedensbringerin sei.
Die Zukunft Venezuelas und die Rolle Europas
Machado könnte trotz ihrer umstrittenen Position eine wichtige Rolle für die Zukunft Venezuelas spielen. Ihre guten Kontakte zu Donald Trump und europäischen Netzwerken bieten Chancen für internationale Unterstützung. Dargatz fordert, dass die Europäische Union und Deutschland ihre Venezuela-Politik überdenken. Statt sich auf Trumps mögliche Reaktionen zu konzentrieren, sollten sie eigenständige Strategien entwickeln und den Dialog mit Caracas suchen. Südamerikanische Partner wie Kolumbien und Brasilien könnten hierbei eine Schlüsselrolle spielen, um einen nachhaltigen Friedensprozess zu fördern.