Masern in Europa und weltweit: Fortschritte und anhaltende Herausforderungen
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Masern in Europa und weltweit: Fortschritte und anhaltende Herausforderungen

Deutlicher Rückgang der Masern-Fälle in Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet für das Jahr 2025 einen signifikanten Rückgang der Masern-Fälle in ihrer Europa-Region. Mit etwa 34.000 registrierten Erkrankungen lag die Zahl um 75 Prozent niedriger als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist vor allem auf verstärkte Impfkampagnen und eine erhöhte Immunität in der Bevölkerung zurückzuführen. Allerdings bleibt die Situation angespannt, da die Fallzahlen 2024 außergewöhnlich hoch waren und der aktuelle Wert noch immer über dem Niveau vor 2024 liegt.

Regionale Unterschiede und Impflücken

Während Länder wie Rumänien, Kasachstan und Aserbaidschan Rückgänge von über 90 Prozent verzeichneten, stiegen die Zahlen in Frankreich und den Niederlanden leicht an. In Deutschland sanken die Fälle ebenfalls, doch die von der WHO empfohlene Impfquote von 95 Prozent für beide Masern-Impfungen wird noch nicht erreicht. Besonders problematisch ist die verspätete Verabreichung der zweiten Impfung, die laut RKI häufig erst im Alter von drei Jahren erfolgt.

Die Bedeutung hoher Impfquoten

Masern zählen zu den ansteckendsten Krankheiten: Eine infizierte Person kann bis zu 18 ungeimpfte Menschen anstecken. Die Krankheit kann schwere Komplikationen wie Gehirnentzündungen verursachen und sogar tödlich verlaufen. Die WHO und UNICEF warnen vor größeren Ausbrüchen, wenn die Impfquoten nicht weiter steigen. Mehrere Länder, darunter Spanien, Großbritannien und Österreich, verloren ihren Status als "masernfrei" nach größeren Ausbrüchen.

Internationale Entwicklungen und Risiken

Auch außerhalb Europas bleibt die Lage besorgniserregend. In Nordamerika steigen die Masern-Fälle, insbesondere in Mexiko, den USA und Kanada. Die WHO zeigt sich besorgt angesichts der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft, da die erhöhte Reiseaktivität die Verbreitung des Virus begünstigen könnte. In Mexiko wurden seit Anfang 2025 über 7000 Fälle und 24 Todesfälle registriert. In Kanada und den USA gab es ebenfalls mehrere tausend Erkrankungen und Todesfälle.

Langfristige Strategien zur Masernbekämpfung

Experten betonen die Notwendigkeit einer konsequenten Impfstrategie. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt zwei Masern-Impfungen im Alter von 11 und 15 Monaten. Dennoch wird diese Empfehlung oft nicht umgesetzt. Die WHO fordert eine globale Anstrengung, um die Impfquoten zu erhöhen und die Masern langfristig zu eliminieren. Nur durch eine Kombination aus Aufklärung, verbessertem Impfzugang und internationaler Zusammenarbeit kann dieses Ziel erreicht werden.

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Welche Faktoren haben zum Rückgang der Masern-Fälle in Europa beigetragen?
  2. 2. Warum ist die Impfquote von 95 Prozent laut WHO entscheidend?
  3. 3. Welche Länder verzeichneten einen besonders starken Rückgang der Masern-Fälle?
  4. 4. Welche Komplikationen können durch Masern verursacht werden?
  5. 5. Warum ist die Situation in Nordamerika besorgniserregend?
  6. 6. Welche Maßnahmen empfiehlt die Stiko zur Masernbekämpfung?
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