Meeresspiegel-Studien: Warum die bisherigen Daten oft falsch sind
Die Entdeckung der Fehler
Forscher der Universität Wageningen haben herausgefunden, dass viele Studien zum Meeresspiegel falsche Daten verwendet haben. Die Wissenschaftler Katharina Seeger und Philip Minderhoud analysierten 385 aktuelle Veröffentlichungen. Dabei stellten sie fest, dass fast alle Studien den aktuellen Meeresspiegel zu niedrig eingeschätzt haben. Besonders in Südostasien, Lateinamerika und an der Westküste der USA sind die Unterschiede groß.
Die Ursachen der Fehler
Die Hauptursache für die falschen Daten liegt in der Nutzung des Geoids als Referenz. Das Geoid zeigt das Schwerefeld der Erde und gibt die ungefähre Form der Meeresoberfläche an. Allerdings berücksichtigen viele Studien nicht, dass Wind, Meeresströmungen und der Salzgehalt des Wassers den Meeresspiegel beeinflussen. Ein weiterer Fehler ist die Verwendung unterschiedlicher Bezugssysteme für Land und Meer.
Die Folgen der falschen Daten
Durch die falschen Daten wurde das Risiko für Überflutungen und Landverlust stark unterschätzt. Die Forscher fanden heraus, dass bis zu 101 Millionen Menschen in Gebieten leben, die unter dem Meeresspiegel liegen. Bisher ging man von nur 10 bis 15 Millionen Betroffenen aus. Bei einem Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter wären 37 Prozent mehr Landflächen und 68 Prozent mehr Menschen betroffen als bisher angenommen.
Was muss jetzt passieren?
Die Wissenschaftler fordern, dass alle bestehenden Studien zu Küstengefahren überprüft und aktualisiert werden. Besonders in den betroffenen Regionen müssen bessere Schutzmaßnahmen ergriffen werden. In Europa sind die Daten genauer, weil hier ein dichtes Netz von Pegelmessstationen existiert. Dennoch zeigt die Studie, wie wichtig genaue und einheitliche Messmethoden sind.