Merz sucht strategische Partnerschaften am Golf: Energie und Sicherheit im Fokus
Neue Partner in unsicheren Zeiten
Bundeskanzler Friedrich Merz reist vom 4. bis 6. Februar in die Golfstaaten Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Ziel der Reise ist es, neue strategische Partnerschaften aufzubauen. Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sucht Deutschland nach Alternativen zu russischem Gas. Die Golfstaaten sind wichtige Lieferanten für Öl und Flüssiggas (LNG). Gleichzeitig möchte Deutschland die Abhängigkeit von den USA verringern, die derzeit der größte LNG-Lieferant Europas sind.
Wirtschaftliche Interessen: Gas und Rüstung
Merz wird von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet. Ein zentrales Thema ist die Energieversorgung. Deutschland möchte langfristige Lieferverträge mit Saudi-Arabien und Katar abschließen. Gleichzeitig zeigen die Golfstaaten Interesse an deutschen Rüstungsgütern, wie dem Militärflugzeug A400M von Airbus. Die Bundesregierung signalisiert, dass sie bereit ist, bei Lieferverträgen flexibler zu sein, um die Partnerschaften zu stärken.
# Menschenrechte und politische Spannungen
Die Menschenrechtslage in den Golfstaaten ist ein sensibles Thema. Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte, dass es in Saudi-Arabien zwar Fortschritte gibt, etwa bei den Rechten von Frauen, aber noch viel zu tun bleibt. Merz wird das Thema voraussichtlich ansprechen. Gleichzeitig sind die politischen Spannungen in der Region ein Thema. Deutschland steht vor der Herausforderung, die Beziehungen zu den Golfstaaten zu stärken, ohne die Partnerschaften mit den USA und Israel zu gefährden. Der neue "Friedensrat" der USA, dem auch Katar angehört, wird von Deutschland kritisch gesehen.
Globale Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik
Die Reise von Merz ist Teil einer größeren Strategie. Deutschland sucht nach neuen Partnern, um unabhängiger von traditionellen Verbündeten wie den USA zu werden. Bereits im Januar besuchte Merz Indien, und Ende Februar steht eine Reise nach China an. Die Golfstaaten spielen eine zentrale Rolle in dieser Neuausrichtung, da sie sowohl wirtschaftliche als auch geopolitische Bedeutung haben.