Mikroplastik im menschlichen Körper – Zwischen Panik und Wissenschaft
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Mikroplastik im menschlichen Körper – Zwischen Panik und Wissenschaft

Mikroplastik – Ein globales Problem

Mikroplastik sind winzige Plastikpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind. Sie entstehen durch den Zerfall von größerem Plastikmüll oder werden direkt in dieser Größe hergestellt, zum Beispiel in Kosmetikprodukten. Mikroplastik ist heute überall: in der Luft, im Wasser, in der Nahrung und sogar in abgelegenen Regionen wie der Arktis. Viele Menschen machen sich Sorgen, dass diese Partikel im menschlichen Körper gesundheitliche Probleme verursachen können.

Studien mit alarmierenden Ergebnissen

In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien Mikroplastik in verschiedenen Teilen des menschlichen Körpers nachgewiesen. Dazu gehören Blut, Lunge, Leber, Plazenta und sogar das Gehirn. Eine Studie aus dem Jahr 2025 sorgte für besondere Aufmerksamkeit: Sie behauptete, dass das Gehirn eines durchschnittlichen US-Bürgers etwa sechs Gramm Mikroplastik enthält – so viel wie ein Plastiklöffel. Andere Studien fanden Mikroplastik in Ablagerungen der Halsschlagader und warnten vor einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Methodische Mängel und Kritik

Doch viele dieser Studien stehen in der Kritik. Fachleute aus der Umweltchemie und Analytik bemängeln, dass die verwendeten Methoden oft ungenau sind. Besonders die Pyrolyse-Gaschromatografie-Massenspektrometrie, eine häufig genutzte Methode, steht in der Kritik. Sie kann falsche Ergebnisse liefern, weil bestimmte Kunststoffe ähnliche Bausteine haben wie biologische Materialien. Zudem wird oft nicht ausreichend auf Kontamination geachtet. Plastikpartikel aus der Luft oder aus Laborgeräten können die Proben verunreinigen.

Die Rolle der Medien und der Wissenschaft

Die Medien tragen dazu bei, dass die Ergebnisse oft dramatischer dargestellt werden, als sie sind. Schlagzeilen wie „Mikroplastik im Gehirn!“ verbreiten sich schnell und schüren Ängste. Gleichzeitig ist das Wissenschaftssystem unter Druck: Forscher müssen möglichst viele Studien veröffentlichen, um Karriere zu machen. Das führt dazu, dass oft schnelle, aber ungenaue Studien veröffentlicht werden. Experten sprechen von „Fast-Food-Wissenschaft“ – viele Publikationen, aber wenig fundiertes Wissen.

Was bedeutet das für uns?

Trotz der Kritik gibt es Hinweise darauf, dass Mikroplastik im Körper vorhanden ist. Allerdings sind die gemessenen Mengen wahrscheinlich viel geringer, als viele Studien behaupten. Die Forschung steht noch am Anfang, und es braucht mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit, um verlässliche Ergebnisse zu liefern. Bis dahin bleibt unklar, welche gesundheitlichen Risiken Mikroplastik wirklich birgt.

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Was ist Mikroplastik?
  2. 2. Wo wurde Mikroplastik im menschlichen Körper gefunden?
  3. 3. Warum stehen viele Studien in der Kritik?
  4. 4. Was ist ein Problem der Pyrolyse-Gaschromatografie-Massenspektrometrie?
  5. 5. Warum wird von „Fast-Food-Wissenschaft“ gesprochen?
  6. 6. Was ist das Hauptproblem bei der Messung von Mikroplastik?
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