Die komplexe Keramikproduktion der Eisenzeit: Neue archäologische Erkenntnisse aus dem Irak
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Die komplexe Keramikproduktion der Eisenzeit: Neue archäologische Erkenntnisse aus dem Irak

Einblick in eine eisenzeitliche Töpferwerkstatt

Im Zagros-Gebirge im heutigen Irak haben Archäologen eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: eine Töpferwerkstatt aus der Eisenzeit, die zwischen 1200 und 800 vor Christus genutzt wurde. Die Werkstatt befindet sich im Dinka-Siedlungskomplex, einer ausgedehnten urbanen Siedlung. Die gut erhaltenen Brennöfen und die umfangreichen Funde geben Aufschluss über die organisierte Keramikproduktion dieser Epoche.

Technologische Methoden und Arbeitsteilung

Die Töpfer der Werkstatt nutzten eine Niedrigbrandmethode, bei der der Ton bei Temperaturen unter 900 Grad Celsius gebrannt wurde. Diese Technik war einfach, aber effizient und ermöglichte die Herstellung einer Vielzahl von Keramikgefäßen. Die Werkstatt war modular aufgebaut, was eine klare Arbeitsteilung und koordinierte Abläufe ermöglichte. Die Archäologen fanden Hinweise darauf, dass die Töpfer in Teams arbeiteten und ihre Arbeit von Aufsehern koordiniert wurde.

Sozio-ökonomische Strukturen der Eisenzeit

Die Analyse der Werkstatt zeigt, dass die Keramikproduktion in der Eisenzeit komplexer war als bisher angenommen. Die Töpfer arbeiteten nicht in kleinen, unabhängigen Betrieben, sondern in größeren Manufakturen. Diese Manufakturen könnten Teil eines städtischen Produktionsnetzwerks gewesen sein, das nicht nur die Siedlung selbst, sondern auch das Umland mit Keramik versorgte. Dies deutet auf eine hoch entwickelte sozio-ökonomische Struktur hin.

Archäologische und historische Bedeutung

Die Entdeckung der Töpferwerkstatt bietet wertvolle Einblicke in die technologischen Fähigkeiten und die Organisation früher urbaner Gesellschaften. Die Forscher um Silvia Amicone von der Universität Tübingen nutzten verschiedene analytische Methoden, darunter chemische Analysen und Spektroskopie, um die Produktionskette von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Produkt zu rekonstruieren. Diese Erkenntnisse korrigieren bisherige Annahmen über die Komplexität der Keramikproduktion in der Eisenzeit.

Ausblick auf zukünftige Forschungen

Die aktuellen Funde werfen neue Fragen auf und eröffnen Perspektiven für zukünftige archäologische Untersuchungen. Weitere Grabungen in der Region könnten zusätzliche Relikte zutage fördern, die ein noch detaillierteres Bild des Lebens im Zagros-Gebirge während des ersten vorchristlichen Jahrtausends zeichnen. Die Studie unterstreicht die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze in der Archäologie, die genetische, chemische und historische Daten kombinieren.

Quiz

  1. 1. Wo befindet sich die entdeckte Töpferwerkstatt?




  2. 2. Welche Methode nutzten die Töpfer zum Brennen des Tons?



  3. 3. Wie war die Werkstatt organisiert?



  4. 4. Was deutet auf eine komplexe sozio-ökonomische Struktur hin?



  5. 5. Welche Methoden nutzten die Archäologen zur Analyse der Funde?



  6. 6. Warum ist die Entdeckung der Werkstatt von großer Bedeutung?




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