Neue Erkenntnisse über römische Opferrituale in Pompeji
Archäologische Funde in Pompeji
In der antiken Stadt Pompeji haben Archäologen zwei Räucherschalen entdeckt, die mit Asche gefüllt waren. Diese Schalen stammen aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und wurden in der Nähe von Hausaltären gefunden. Ein internationales Forschungsteam um den Archäologen Johannes Eber hat die Asche mit modernen Methoden untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass die Römer ihren Göttern nicht nur lokale Pflanzen, sondern auch exotische Harze opferten.
Spuren von fernen Ländern
Die chemische Analyse der Asche ergab, dass die Römer Elemi verbrannten, ein Harz, das von Bäumen aus Indien oder Subsahara-Afrika stammt. Dies ist überraschend, da bisher angenommen wurde, dass die Römer vor allem arabischen Weihrauch importierten. Elemi war im Römischen Reich bisher nicht als Handelsgut bekannt. Die Entdeckung zeigt, wie weitreichend die Handelsbeziehungen der Römer waren.
Heilige Pflanzen und Rituale
Neben dem exotischen Harz fanden die Forscher auch Reste von Eiche, Lorbeer und Feigenblättern. Diese Pflanzen galten in der Antike als heilig. Die Eiche war dem Gott Jupiter geweiht, der Lorbeer dem Gott Apollon. Die Römer nutzten diese Pflanzen, um ihre Rituale durchzuführen. Oft begannen die Opfer mit Wein und Räucherharz, um die Götter einzuladen, an den Gaben teilzunehmen.
Hausaltäre und Totenkult
Die Räucherschalen wurden an Hausaltären verwendet, die den Schutzgöttern des Hauses, den Laren und Penaten, geweiht waren. Interessanterweise fanden die Forscher auch Hinweise darauf, dass die Römer ihren verstorbenen Familienmitgliedern opferten. Eine der Schalen ist mit Figuren verziert, die typisch für die Darstellung von Verstorbenen sind. Dies deutet auf einen häuslichen Totenkult in Pompeji hin.
Bedeutung der Funde
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die römischen Opferrituale komplexer waren als bisher angenommen. Die Kombination aus lokalen und importierten Materialien unterstreicht die Bedeutung der Rituale für das tägliche Leben der Römer. Die Funde geben auch neue Einblicke in die Handelsbeziehungen und kulturellen Praktiken der Antike.