Archäologische Sensation: Die ältesten Felsbilder der Menschheit und ihre Implikationen für die Besiedlung Südostasiens und Australiens
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Archäologische Sensation: Die ältesten Felsbilder der Menschheit und ihre Implikationen für die Besiedlung Südostasiens und Australiens

Ein Meilenstein der Archäologie

Ein internationales Forscherteam um Maxime Aubert von der Griffith University hat auf der indonesischen Insel Sulawesi die ältesten bekannten Felsbilder der Menschheit entdeckt. Die Handabdrücke aus der Höhle Liang Metanduno auf Muna Island sind mindestens 67.800 bzw. 60.900 Jahre alt und übertreffen damit die ältesten europäischen Höhlenmalereien um mehrere zehntausend Jahre. Diese Entdeckung stellt einen Meilenstein in der Erforschung der menschlichen Frühgeschichte dar und bietet neue Einblicke in die künstlerischen Ausdrucksformen des frühen Homo sapiens.

Methodik und Datierung

Die Datierung der Felsbilder erfolgte mithilfe einer weiterentwickelten Urandatierungstechnik, die das Alter der Kalkschichten über und unter den Zeichnungen analysiert. Diese Methode ermöglichte eine präzise Altersbestimmung der Handabdrücke. Die Forscher untersuchten insgesamt 44 Höhlen auf Sulawesi und fanden dabei zahlreiche weitere Felsbilder, von denen viele jedoch deutlich jünger waren. Die Handabdrücke auf Muna Island erwiesen sich als die ältesten datierten Kunstwerke weltweit.

Kulturelle und symbolische Dimensionen

Besonders bemerkenswert ist die nachträgliche Modifikation des ältesten Handabdrucks. Die Fingerspitzen wurden so verändert, dass sie krallenartig erscheinen. Diese symbolische Darstellung könnte auf eine enge Verbindung zwischen Mensch und Tier hindeuten und zeigt, dass bereits frühe Vertreter des Homo sapiens komplexe kulturelle und symbolische Vorstellungen hatten. Solche Motive finden sich auch in jüngerer Felskunst der Region, was auf eine kontinuierliche kulturelle Tradition hinweist.

Implikationen für die menschliche Migration

Die Entdeckung der Handabdrücke hat weitreichende Konsequenzen für unser Verständnis der menschlichen Migration in Südostasien und Australien. Die Datierung der Felsbilder unterstützt die Theorie, dass der Homo sapiens Australien über die sogenannte Nordroute erreichte, die über Sulawesi und die Westspitze Neuguineas führte. Diese Route könnte bereits vor 65.000 Jahren genutzt worden sein. Die Funde auf Muna Island liefern somit den ältesten direkten Beleg für die Präsenz des modernen Menschen in diesem nördlichen Migrationskorridor.

Ausblick auf zukünftige Forschungen

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die archäologische Bedeutung der indonesischen Inseln zwischen Sulawesi und Papua-Neuguinea. Aubert und sein Team planen, auch auf diesen Inseln nach weiteren Spuren früher menschlicher Besiedlung und Felskunst zu suchen. Diese zukünftigen Forschungen könnten weitere Erkenntnisse über die Ausbreitung und kulturelle Entwicklung des Homo sapiens in dieser Region liefern und unser Bild der menschlichen Frühgeschichte weiter vervollständigen.

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Welche Methode wurde zur Datierung der Felsbilder verwendet?
  2. 2. Was macht die Handabdrücke auf Muna Island so besonders?
  3. 3. Was könnte die Veränderung der Fingerspitzen im Handabdruck symbolisieren?
  4. 4. Welche Theorie zur Besiedlung Australiens wird durch die Funde unterstützt?
  5. 5. Warum sind die Funde für die zukünftige Forschung wichtig?
  6. 6. Welche kulturellen Aspekte werden durch die Handabdrücke deutlich?
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