Neue Klasse von Weißen Zwergen: Rätselhafte Sternenreste mit besonderen Eigenschaften
Entdeckung ungewöhnlicher Weißer Zwerge
Astronomen haben zwei Weiße Zwerge entdeckt, die sich deutlich von anderen bekannten Sternenresten unterscheiden. Weiße Zwerge entstehen, wenn Sterne wie unsere Sonne am Ende ihres Lebenszyklus ihre äußeren Schichten abstoßen. Normalerweise zeigen Weiße Zwerge nur dann Aktivitäten wie Röntgenstrahlung oder Materieringe, wenn sie Teil eines Doppelsystems sind und Material von einem Begleitstern absaugen. Doch die beiden neu entdeckten Weißen Zwerge stehen isoliert im All und zeigen trotzdem diese ungewöhnlichen Eigenschaften.
Ein halber Ring und starke Magnetfelder
Einer der beiden Weißen Zwerge, ZTF J2008+4449, ist von einem halben Ring aus Materie umgeben. Dieser Stern hat zudem ein starkes Magnetfeld und sendet Röntgenstrahlung aus. Die Forscher um Andrei Cristea vom Institute of Science and Technology Austria (ISTA) fanden heraus, dass das Magnetfeld dieses Weißen Zwergs eine Stärke von 500 bis 600 Gauß hat. Zudem rotiert der Stern sehr schnell. Diese Eigenschaften deuten darauf hin, dass ZTF J2008+4449 in der Vergangenheit mit einem anderen Weißen Zwerg verschmolzen ist.
Mögliche Ursachen für die besonderen Eigenschaften
Die Wissenschaftler diskutieren verschiedene Szenarien, um die ungewöhnlichen Eigenschaften der Weißen Zwerge zu erklären. Eine Möglichkeit ist, dass der Weiße Zwerg einen kleinen Himmelskörper wie einen Asteroiden oder Planeten zerstört hat. Allerdings erklärt dieses Szenario nicht die beobachtete Röntgenstrahlung. Eine andere Idee ist, dass das Material bei der Verschmelzung der Weißen Zwerge übriggeblieben ist. Doch auch diese Erklärung passt nicht vollständig, da der Materiering hauptsächlich aus Wasserstoff besteht, während man bei einer Verschmelzung eher schwere Elemente erwarten würde.
Eine neue Klasse von Sternenresten?
Die Astronomen vermuten, dass es sich bei den beiden entdeckten Weißen Zwergen um die ersten Vertreter einer neuen Klasse von Sternenresten handeln könnte. Beide Sterne zeigen ähnliche Eigenschaften: Sie sind isoliert, haben starke Magnetfelder, rotieren schnell, senden Röntgenstrahlung aus und einer von ihnen besitzt einen halben Materiering. Dennoch gibt es auch Unterschiede, wie das Alter und die genaue Zusammensetzung des Materierings. Weitere Forschungen sind notwendig, um die genauen Ursachen dieser Phänomene zu klären und herauszufinden, ob es noch mehr solcher ungewöhnlichen Weißen Zwerge gibt.