Neurodiversität: Wie Autonomie und Zugehörigkeit das Glück beeinflussen
Neurodiversität: Ein anderer Blick auf Autismus und ADHS
Menschen mit Autismus oder ADHS sind im Alltag oft gestresster und weniger zufrieden als neurotypische Personen. Lange dachte man, das liege direkt an ihrer Diagnose. Doch eine neue Studie zeigt: Entscheidend ist, ob grundlegende psychologische Bedürfnisse erfüllt sind. Dazu gehören Autonomie, das Gefühl von Kompetenz und soziale Zugehörigkeit.
Die Rolle der psychologischen Bedürfnisse
Ein Forschungsteam um Jan van Rijswijk untersuchte in zwei Studien, warum Menschen mit Autismus oder ADHS unzufriedener sind. In der ersten Studie analysierten sie Daten von über 2000 Erwachsenen. Rund 250 davon hatten eine Diagnose wie Autismus oder ADHS. Die Ergebnisse zeigten: Diese Menschen berichteten über mehr Stress und weniger Lebenszufriedenheit. Doch das lag nicht an ihrer Diagnose, sondern daran, ob ihre Bedürfnisse nach Freiheit, Kompetenz und sozialer Einbindung erfüllt waren.
Autobiografische Berichte bestätigen die Ergebnisse
In einer zweiten Studie wertete das Team über 2200 Berichte von Betroffenen aus. Diese hatten auf der Plattform Reddit über ihr Leben und ihre Arbeit geschrieben. Mithilfe von künstlicher Intelligenz wurde analysiert, wie stark ihre Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit erfüllt waren. Das Ergebnis: Wo diese Bedürfnisse gestärkt wurden, waren Stress und Unzufriedenheit geringer – unabhängig von der Diagnose.
Was bedeutet das für den Alltag?
Die Forscher plädieren für einen Perspektivwechsel. Statt die Diagnose in den Mittelpunkt zu stellen, sollten Lebens- und Arbeitsbedingungen angepasst werden. Flexible Arbeitszeiten, Rückzugsmöglichkeiten und klare Rückmeldungen können das Wohlbefinden verbessern. So können Menschen mit Autismus oder ADHS ein glücklicheres Leben führen.