Neutrinos aus der Milchstraße: Unsichtbare Botschafter der Sterne
Was sind Neutrinos und warum sind sie besonders?
Neutrinos sind winzige Elementarteilchen, die fast keine Masse haben und kaum mit Materie wechselwirken. Deshalb können sie problemlos durch Planeten, Sterne und sogar unseren Körper fliegen, ohne dass wir es merken. Diese Eigenschaft macht sie zu „Geisterteilchen“. Neutrinos entstehen in Sternen, zum Beispiel bei der Kernfusion im Inneren der Sonne oder in anderen Sternen unserer Milchstraße.
Wie viele Neutrinos treffen auf die Erde?
Astronomen haben jetzt herausgefunden, wie viele Neutrinos aus unserer Milchstraße auf die Erde treffen. Im Energiebereich von etwa 0,1 Megaelektronenvolt (MeV) sind es rund 100 Milliarden Neutrinos pro Sekunde und Quadratzentimeter. Bei niedrigeren Energien sind es sogar bis zu einer Milliarde Neutrinos pro Sekunde. Diese Zahlen zeigen, wie häufig diese Teilchen im Universum sind, auch wenn wir sie nicht spüren.
Woher kommen die Neutrinos in unserer Galaxie?
Die meisten Neutrinos aus der Milchstraße stammen aus massereichen Sternen im Zentrum unserer Galaxie. Besonders viele entstehen in der sogenannten „dünnen Scheibe“ der Milchstraße, wo sich die meisten Sterne befinden. Diese Region ist auch die jüngste der Galaxie und enthält viele mittelgroße und große Sterne, die besonders viele Neutrinos produzieren.
Warum sind Neutrinos wichtig für die Wissenschaft?
Neutrinos sind für Wissenschaftler besonders spannend, weil sie direkte Informationen aus dem Inneren von Sternen liefern. Da sie kaum mit Materie reagieren, kommen sie ungehindert zu uns und verraten Details über die Prozesse in Sternen, die wir mit Licht nicht sehen können. Außerdem könnten Neutrinos helfen, neue physikalische Gesetze zu entdecken. Wenn sie sich anders verhalten als erwartet, könnte das auf unbekannte Phänomene hinweisen.