Persönlichkeitsentwicklung im Alter: Neue Erkenntnisse aus der Psychologie
Der Wunsch nach Veränderung
Viele Menschen möchten an ihrer Persönlichkeit arbeiten. Sie wollen zum Beispiel gelassener mit Stress umgehen oder offener auf andere zugehen. Doch ist das auch im höheren Alter noch möglich? Eine aktuelle Studie der Universität Heidelberg zeigt: Ja, auch ältere Menschen können ihre Persönlichkeit verändern.
Das Training für sozio-emotionale Fähigkeiten
Die Forscher um Gabriela Küchler haben ein achtwöchiges Training entwickelt. Junge Erwachsene in ihren Zwanzigern und ältere Erwachsene zwischen 60 und 80 Jahren nahmen daran teil. Das Training sollte helfen, besser mit Stress und schwierigen sozialen Situationen umzugehen. Die Teilnehmer lernten Techniken, um ihre Emotionen zu regulieren und ihre sozialen Beziehungen zu verbessern.
Überraschende Ergebnisse
Die Studie brachte ein überraschendes Ergebnis: Ältere Menschen profitierten genauso stark vom Training wie junge Erwachsene. Beide Gruppen zeigten ähnliche Veränderungen in den Persönlichkeitsmerkmalen „Emotionale Stabilität“ und „Extraversion“. Das ist bemerkenswert, weil ältere Menschen oft mehr Schwierigkeiten haben, neue Dinge zu lernen. Die Forscher fanden heraus, dass die älteren Teilnehmer sogar motivierter waren und sich intensiver mit den Trainingsinhalten beschäftigten.
Warum ist das wichtig?
Die Ergebnisse der Studie sind besonders für unsere alternde Gesellschaft wichtig. Sie zeigen, dass Menschen auch im höheren Alter noch die Fähigkeit haben, sich zu verändern und dazuzulernen. Das widerspricht dem alten Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Die Studie gibt Hoffnung, dass lebenslanges Lernen möglich ist und dass wir unsere Persönlichkeit bis ins hohe Alter weiterentwickeln können.