Reformen im Gesundheitswesen: Wie die Krankenkassen sparen wollen
Finanzielle Probleme der Krankenkassen
Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland stehen unter großem finanziellen Druck. Eine Expertenkommission hat nun Vorschläge gemacht, wie fast 20 Milliarden Euro eingespart werden können. Die Vorschläge betreffen Ärzte, Krankenhäuser, Hersteller von Medikamenten und vor allem die Versicherten selbst.
Änderungen für Versicherte
Eine der größten Änderungen betrifft die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern ohne eigenes Einkommen. Diese soll abgeschafft werden. Jeder Versicherte muss dann selbst Beiträge zahlen. Das würde etwa 240 Euro im Monat kosten. Familien mit Kindern unter 6 Jahren sind von dieser Regelung ausgenommen.
Höhere Zuzahlungen und weniger Leistungen
Die Zuzahlung für Medikamente soll von mindestens 5 Euro auf 7,50 Euro steigen. Außerdem will die Kommission die Homöopathie aus dem Leistungskatalog streichen. Das bedeutet, dass die Krankenkassen die Kosten für homöopathische Mittel nicht mehr übernehmen. Auch das Hautkrebs-Screening für Versicherte ab 35 Jahren soll abgeschafft werden, da nicht belegt ist, dass es Krankheits- und Todesfälle reduziert.
Zweitmeinungen bei Operationen
Bei bestimmten Operationen, wie zum Beispiel Knieprothesen, soll künftig eine Zweitmeinung eingeholt werden. Das könnte zunächst 200 Millionen Euro sparen und später bis zu 1,2 Milliarden Euro.
Neue Steuern auf Genussmittel
Die Kommission schlägt auch höhere Steuern auf Tabak, Spirituosen und zuckerhaltige Getränke vor. Das soll nicht nur die Einnahmen erhöhen, sondern auch den Konsum gesundheitsschädlicher Produkte verringern.