Russlands Maßnahmen gegen Telegram: Drosselung und Zensur
Hintergrund der Drosselung
Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor hat den Messengerdienst Telegram in Russland stark verlangsamt. Der Grund dafür ist, dass Telegram sich weigert, Nutzerdaten ausschließlich auf russischen Servern zu speichern und nicht ausreichend gegen kriminelle Nutzung vorgeht. Bereits 2018 hatte Russland versucht, Telegram komplett zu sperren, was jedoch scheiterte und viele andere Websites betraf. Nun setzt die Regierung auf eine schrittweise Drosselung der Datenübertragung.
Auswirkungen auf die Nutzer
Die Drosselung von Telegram hat erhebliche Auswirkungen auf die Nutzer in Russland. Viele Menschen nutzen den Dienst täglich, um mit Freunden, Familie und Geschäftspartnern zu kommunizieren. In einer Straßenumfrage äußerten Nutzer ihre Besorgnis: Eine Frau berichtete, dass sie nicht mehr mit ihrer Familie kommunizieren kann. Ein Unternehmer erklärte, dass Telegram für den Kontakt zu Kunden essenziell ist. Ein weiterer Nutzer sagte, dass er den Kontakt zu Freunden im Ausland verloren hat.
Fehlende Alternativen
In Russland gibt es kaum Alternativen zu Telegram. Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine sind viele ausländische Plattformen wie WhatsApp, Facebook und Instagram gesperrt. Diese Dienste können nur noch über VPN-Tunnel genutzt werden, für die jedoch keine Werbung gemacht werden darf. Die russische Regierung wirbt stattdessen für die staatlich kontrollierte App Max, die jedoch bei vielen Nutzern auf Misstrauen stößt.
Politische und rechtliche Rahmenbedingungen
Präsidentensprecher Dmitri Peskow betonte, dass Gesetze eingehalten werden müssen. Roskomnadsor habe die Aufgabe, die Einhaltung der Gesetze durch Unternehmen sicherzustellen. Telegram-Gründer Pawel Durow, der im Ausland lebt, warf der russischen Regierung vor, den Zugang zu Telegram einzuschränken, um Nutzer zur staatlich kontrollierten App Max zu drängen. Diese App ermöglicht umfassende Überwachung und politische Zensur.