Säuglingsmilch-Rückruf: Wie Cereulid in die Babynahrung gelangte
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Säuglingsmilch-Rückruf: Wie Cereulid in die Babynahrung gelangte

Hintergrund des Rückrufs

Mehrere Hersteller von Säuglingsmilch, darunter Danone und Nestlé, haben in über 60 Ländern ihre Produkte zurückgerufen. Der Grund ist das Bakteriengift Cereulid, das in einigen Chargen gefunden wurde. Cereulid kann bei Babys zu starkem Erbrechen und Durchfall führen. In seltenen Fällen kann es sogar lebensbedrohlich sein. Bisher gibt es in Deutschland keine bestätigten Fälle, aber in Europa wurden erste Erkrankungen gemeldet.

Was ist Cereulid?

Cereulid wird von den Bakterien Bacillus cereus produziert. Diese Bakterien sind bekannt für das sogenannte "Fried Rice Syndrome", das nach dem Verzehr von aufgewärmtem Reis auftritt. Die Bakterien kommen in vielen Lebensmitteln vor, darunter Reis, Milchprodukte und Fleisch. Normalerweise sind sie harmlos, aber wenn sie sich vermehren, produzieren sie das gefährliche Gift.

Wie gelangte das Gift in die Milch?

Normalerweise können sich die Bakterien in trockenem Milchpulver nicht vermehren. Das Problem entsteht erst, wenn die Milch mit Wasser angerührt und zu lange stehen gelassen wird. Doch diesmal wurde das Gift selbst in der Milch gefunden. Experten vermuten, dass es über ein Öl in die Milch gelangte, das Arachidonsäure enthält. Diese Fettsäure wird der Babynahrung zugesetzt, um die Gehirnentwicklung zu fördern.

Neue Sicherheitsmaßnahmen

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat einen neuen Grenzwert für Cereulid in Säuglingsmilch festgelegt. Demnach darf die zubereitete Milch höchstens 0,054 Mikrogramm Cereulid pro Liter enthalten. Dieser Wert basiert auf einer Abschätzung, wie viel ein Baby ohne Risiko aufnehmen kann. Eltern sollen die betroffene Milch nicht verwenden und auf der Website lebensmittelwarnung.de nach aktuellen Informationen schauen.

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Welche Firmen haben Säuglingsmilch zurückgerufen?
  2. 2. Was ist das "Fried Rice Syndrome"?
  3. 3. Warum ist Cereulid in Säuglingsmilch gefährlich?
  4. 4. Wie gelangte das Gift in die Milch?
  5. 5. Was hat die EFSA gemacht?
  6. 6. Was sollen Eltern mit der betroffenen Milch machen?
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