SETI@home: Erkenntnisse und Herausforderungen bei der Suche nach außerirdischen Technosignaturen
Die Entstehung und Ziele von SETI@home
SETI@home war ein bahnbrechendes Citizen-Science-Projekt, das 1999 von Astronomen der University of California in Berkeley ins Leben gerufen wurde. Das Ziel bestand darin, nach Radiosignalen außerirdischer Zivilisationen zu suchen. Angesichts der enormen Datenmengen, die das Arecibo-Radioteleskop lieferte, setzten die Wissenschaftler auf die Rechenleistung privater Computer weltweit. Teilnehmer luden ein Programm herunter, das während der Leerlaufzeiten ihres Computers Datenpakete analysierte.
Die Funktionsweise und Datenbasis
Die Daten für SETI@home stammten vom Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico, das mit seiner 300-Meter-Schüssel jahrzehntelang das größte Radioteleskop der Welt war. Die Suche konzentrierte sich auf Schmalband-Signale, die als potenzielle Technosignaturen gelten. Diese Signale zeichnen sich durch eine enge Bandbreite und hohe Intensität aus und liegen oft nahe der Frequenz von angeregtem Wasserstoff. Solche Signale könnten auf eine künstliche Quelle hinweisen.
Die Ergebnisse und ihre Bedeutung
Nach 21 Jahren Laufzeit wurden insgesamt zwölf Milliarden auffällige Signale identifiziert. Durch den Einsatz eines Supercomputers des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Hannover reduzierte sich diese Zahl auf einige Millionen. Nach einer manuellen Überprüfung blieben 100 Signale übrig, die die Kriterien für potenzielle Technosignaturen erfüllten. Diese Signale werden derzeit mit dem FAST-Radioteleskop in China weiter untersucht. Obwohl kein eindeutiges Signal einer außerirdischen Zivilisation gefunden wurde, hat das Projekt wichtige Erkenntnisse geliefert.
Herausforderungen und Lehren für die Zukunft
Ein zentrales Problem von SETI@home war die Nutzung kommensaler Daten, also Daten, die nebenbei bei anderen Beobachtungen anfielen. Dies führte zu kurzen Messzeiten und begrenzter Sensitivität. Zudem waren die Algorithmen zu Beginn des Projekts noch nicht ausgereift, was möglicherweise zur Aussiebung potenziell interessanter Signale führte. Die Wissenschaftler betonen, dass zukünftige Projekte gezielter vorgehen müssen, um die Chancen auf Erfolg zu erhöhen. Ein Nachfolgeprojekt mit den Daten des FAST-Radioteleskops könnte dank leistungsstärkerer Computer und schnellerer Internetverbindungen bessere Ergebnisse liefern.
Die Rolle von Citizen Science in der Astronomie
SETI@home hat gezeigt, wie Citizen-Science-Projekte die wissenschaftliche Forschung unterstützen können. Durch die Einbindung der Öffentlichkeit konnte eine enorme Rechenleistung mobilisiert werden, die sonst nicht verfügbar gewesen wäre. Das Projekt hat nicht nur die Suche nach außerirdischen Signalen vorangetrieben, sondern auch das Interesse und die Begeisterung für die Astronomie in der breiten Öffentlichkeit gefördert.