Soziale Bindungen und Konflikte: Was ein Schimpansen-Bürgerkrieg über uns verrät
Der längste Bürgerkrieg bei Schimpansen
Forscher beobachten seit 1995 eine große Schimpansengruppe im Kibale-Nationalpark in Uganda. Die Gruppe war mit über 200 Tieren sehr groß. Doch seit 2015 gibt es Probleme. Eine kleinere Gruppe hat sich abgespalten und kämpft seitdem gegen die größere Gruppe. Dieser Konflikt ist der längste und blutigste, den Forscher je bei Schimpansen beobachtet haben. Mindestens 24 Tiere sind schon gestorben.
Der Zusammenbruch sozialer Netzwerke
Schimpansen leben normalerweise in Gruppen mit etwa 45 Mitgliedern. Innerhalb dieser Gruppen gibt es kleinere Freundesgruppen. Diese Freundschaften sind sehr wichtig. Die Tiere pflegen sich gegenseitig das Fell. Das stärkt die Bindungen. Doch in der Ngogo-Gruppe sind diese Bindungen kaputtgegangen. Die Forscher haben beobachtet, dass sich die Fellpflege-Netzwerke in zwei Teile geteilt haben. Das war der Beginn des Konflikts.
Mögliche Gründe für den Konflikt
Warum die sozialen Bindungen kaputtgegangen sind, ist noch nicht klar. Einige Forscher denken, dass zu viele Weibchen in der Gruppe waren. Andere glauben, dass es zu wenige Weibchen gab. Wieder andere vermuten, dass die Gruppe einfach zu groß war. Auch der Tod wichtiger Tiere könnte eine Rolle gespielt haben. Diese Tiere waren vielleicht wichtige Freunde für viele andere Schimpansen.
Was das für Menschen bedeutet
Menschen leben in viel größeren Gruppen als Schimpansen. Und Menschen haben viele Gründe, warum sie kämpfen. Aber der Bürgerkrieg bei den Schimpansen zeigt: Man braucht nicht immer große Gründe, um zu kämpfen. Manchmal reicht es, wenn die Freundschaften kaputtgehen.