Studie analysiert Erwartungen an Parteivorsitzende: Was macht Führung in Parteien aus?
Die wichtigsten Eigenschaften für Parteivorsitzende
Eine aktuelle Studie des Politikwissenschaftlers Marius Minas hat untersucht, was Mitglieder von CDU, SPD und Grünen von ihren Parteivorsitzenden erwarten. Über 22.000 Mitglieder wurden befragt. Das Ergebnis: Integrität und Ehrlichkeit sind die wichtigsten Eigenschaften. Die Mitglieder wünschen sich einen „Vertrauensanker“, der empathisch und konstruktiv mit Menschen umgeht. Medienpräsenz ist weniger wichtig, außer für Mitglieder mit eigenen politischen Ämtern.
Alter, Bildung und Migrationshintergrund
Die Studie zeigt, dass ein idealer Parteivorsitzender etwa 47 Jahre alt sein sollte. Ein Migrationshintergrund spielt für die meisten Mitglieder keine Rolle – außer in der CDU, wo ein Viertel der Befragten keinen Migrationshintergrund bevorzugt. Bei der Bildung ist ein Realschulabschluss das Minimum, aber ein Doktortitel ist unwichtig.
Friedrich Merz: Ein „smarter Kommandeur“
Friedrich Merz, der Vorsitzende der CDU, wird von den Mitgliedern als „smarter Kommandeur“ beschrieben. Das bedeutet: Er ist intelligent und dominant, aber nicht unbedingt empathisch oder bürgernah. Die Studie zeigt, dass sein Führungsstil eher hierarchisch ist. Viele Mitglieder wünschen sich jedoch einen moderierenden Stil.
Doppelspitze: Ein umstrittenes Modell
Während SPD und Grüne eine Doppelspitze mehrheitlich befürworten, hat die CDU diese Frage in der Studie nicht beantwortet. Der Forscher vermutet, dass die Partei mögliche Ergebnisse fürchtet – etwa eine Präferenz der Mitglieder für eine Doppelspitze, die Merz schwächen könnte.