Komplexe Tarifverhandlungen führen zu Einigung: Öffentlicher Dienst erhält 5,8 Prozent mehr Lohn
Hintergrund der Tarifverhandlungen
Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder gestalteten sich in diesem Jahr besonders schwierig. Die Gewerkschaften ver.di und Beamtenbund dbb forderten zunächst sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) bot hingegen "mehr als fünf Prozent" an. Nach intensiven Verhandlungen einigten sich beide Seiten auf einen Kompromiss.
Struktur der Lohnerhöhung
Der neue Tarifvertrag sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 5,8 Prozent vor, die in drei Stufen erfolgt. Ab April 2026 erhalten die Beschäftigten 2,8 Prozent mehr, mindestens jedoch 100 Euro. Weitere Erhöhungen um zwei Prozent und ein Prozent folgen im März 2027 und Januar 2028. Besonders für Nachwuchskräfte gibt es Verbesserungen: Ihre Entgelte steigen schrittweise um mindestens 150 Euro. Zudem werden Zulagen für Schicht- und Wechselarbeit angehoben.
Angleichung der Arbeitsbedingungen
Ein zentraler Verhandlungspunkt war die Angleichung der Arbeitsbedingungen zwischen Ost und West. Der neue Tarifvertrag sieht vor, dass der Kündigungsschutz sowie die Arbeitszeiten an den ostdeutschen Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena an die Regelungen im Westen angepasst werden. Diese Maßnahmen sollen die bestehenden Unterschiede weiter verringern und für mehr Gerechtigkeit sorgen.
Reaktionen und Perspektiven
Die Reaktionen auf den Tarifabschluss fallen überwiegend positiv aus. Ver.di-Verhandlungsführer Frank Werneke betonte, dass das Ergebnis den Beschäftigten Planungssicherheit bis 2028 bietet und den Anschluss an das Lohnniveau im Bund und den Kommunen sichert. Volker Geyer, Chef des Beamtenbunds dbb, zeigte sich ebenfalls zufrieden und forderte, die Vereinbarungen auf Beamtinnen und Beamte zu übertragen. Die Länder begrüßten den Abschluss, da er Planungssicherheit für die kommenden Haushaltsjahre bietet.
Bedeutung des Tarifabschlusses
Der Tarifabschluss ist nicht nur für die Beschäftigten von Bedeutung, sondern auch für die öffentliche Hand. Durch die Einigung werden weitere Warnstreiks vorerst vermieden, was die Funktionsfähigkeit von Kitas, Unikliniken und Behörden sichert. Die langfristige Planungssicherheit bis 2028 ermöglicht es den Ländern, ihre Haushalte besser zu steuern und Investitionen gezielt zu planen.