Topologische Eigenschaften in Materialien: Häufiger als vermutet
Die Entdeckung topologischer Materialien
Im Jahr 2008 entdeckten Wissenschaftler eine neue Art von Materialien: die topologischen Isolatoren. Diese Materialien leiten Strom nur an ihrer Oberfläche, während ihr Inneres isolierend bleibt. Anfangs dachte man, dass solche Materialien sehr selten sind und nur im Labor hergestellt werden können. Doch neue Forschungen zeigen, dass topologische Eigenschaften viel häufiger vorkommen als bisher angenommen.
Die Arbeit der Wiener Forscher
Ein Team um die Physikerin Silke Bühler-Paschen von der TU Wien hat nun eine völlig neue Klasse von Stoffen untersucht. Sie kühlten ein Material aus Cer, Ruthenium und Zinn (CeRu4Sn6) fast bis auf den absoluten Nullpunkt ab. Dabei stellten sie fest, dass das Material zwischen zwei Zuständen hin- und herfluktuiert. Es hatte keine klaren Teilchenzustände mehr, zeigte aber trotzdem topologische Eigenschaften. Das war überraschend, denn normalerweise braucht man klare Teilchen, um solche Eigenschaften zu erklären.
Warum sind topologische Materialien wichtig?
Topologische Materialien sind nicht nur für die Grundlagenforschung interessant. Sie könnten auch in der Technik Anwendung finden. Zum Beispiel könnten sie in Quantencomputern oder in der Elektronik verwendet werden. Die Entdeckung, dass diese Materialien häufiger vorkommen als gedacht, eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung zukünftiger Technologien.
Neue Erkenntnisse und zukünftige Forschung
Die Forscher fanden heraus, dass topologische Eigenschaften auch ohne klare Teilchenzustände auftreten können. Das bedeutet, dass noch mehr Materialien topologische Eigenschaften besitzen könnten. Diese Erkenntnis könnte die Suche nach neuen Materialien und deren Anwendungen stark beeinflussen. Die Wissenschaftler planen nun, weitere quantenkritische Materialien zu untersuchen, um noch mehr über diese faszinierenden Eigenschaften zu erfahren.