UniCredit plant Übernahme der Commerzbank – Politik und Mitarbeiter wehren sich
Das Übernahmeangebot von UniCredit
Die italienische Großbank UniCredit hat ein freiwilliges Übernahmeangebot für die Commerzbank angekündigt. Die Aktionäre der Commerzbank sollen für jede Aktie 0,485 neue UniCredit-Aktien erhalten. Bevor das Angebot startet, muss jedoch eine außerordentliche Hauptversammlung von UniCredit zustimmen. Diese soll bis zum 4. Mai 2026 über eine Kapitalerhöhung entscheiden. UniCredit-Chef Andrea Orcel betont, dass er einen konstruktiven Dialog mit den Commerzbank-Aktionären sucht.
Widerstand aus Politik und Wirtschaft
Die Commerzbank lehnt das Angebot ab. Ein Sprecher der Bank erklärte, dass das Angebot nicht mit der Commerzbank abgestimmt sei und keine ausreichenden Informationen für Gespräche enthalte. Auch die deutsche Bundesregierung ist gegen die Übernahme. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, dass eine feindliche Übernahme nicht akzeptabel sei, da die Commerzbank eine systemrelevante Bank ist. Die Gewerkschaft ver.di und der Betriebsrat der Commerzbank warnen vor einem großen Stellenabbau.
Die Rolle der Bundesregierung
Die Bundesregierung hält etwa zwölf Prozent der Commerzbank-Anteile. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte in der Vergangenheit, dass die Regierung eine starke und unabhängige Commerzbank wünscht. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) reagierte zurückhaltend und sagte, dass die Interessen der Mitarbeiter und Kunden angemessen berücksichtigt werden müssten.
Wirtschaftliche Argumente für und gegen die Übernahme
Einige Wirtschaftsexperten sehen die Übernahme positiv. Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft, sagte, dass grenzüberschreitende Konsolidierungen im Bankensektor sinnvoll sein könnten. Sie argumentiert, dass der europäische Finanzmarkt besser integriert werden müsse, um wettbewerbsfähiger zu sein. Die Aktie der Commerzbank stieg nach der Ankündigung um bis zu 7,6 Prozent, während UniCredit-Aktien leicht nachgaben.