Urzeitliches Gewölle gibt Aufschluss über Ernährung eines Top-Prädators
Ein seltener Fund in Thüringen
In der Fossilfundstätte Bromacker in Thüringen haben Paläontologen einen einzigartigen Fund gemacht: ein 290 Millionen Jahre altes Gewölle. Dieses Gewölle besteht aus Knochenresten, die ein urzeitliches Raubtier nach dem Fressen wieder ausgespuckt hat. Es ist der älteste bekannte Fund dieser Art und gibt spannende Einblicke in den Speiseplan der damaligen Top-Prädatoren.
Was ist ein Gewölle?
Ein Gewölle ist ein Klumpen aus unverdaulichen Nahrungsresten, den einige Raubtiere nach dem Fressen wieder auswürgen. Heute kennen wir das von Eulen. Der Fund aus Thüringen zeigt, dass auch urzeitliche Raubtiere wie das Dimetrodon diese Fähigkeit besaßen. Die Knochen im Gewölle sind noch gut erhalten und stammen von drei verschiedenen Beutetieren.
Wer war der Räuber?
Die Forscher vermuten, dass entweder ein Dimetrodon oder ein waranähnlicher Fleischfresser namens Tambacarnifex das Gewölle hinterlassen hat. Beide Tiere lebten vor etwa 290 Millionen Jahren in der Region und waren die größten Raubtiere ihrer Zeit. Da ihnen spezielle Zähne zum Zerreißen von Fleisch fehlten, verschlangen sie ihre Beute wahrscheinlich im Ganzen.
Bedeutung des Fundes
Der Fund ist von großer wissenschaftlicher Bedeutung. Er zeigt nicht nur, was diese urzeitlichen Raubtiere gefressen haben, sondern auch, wie sie ihre Beute verzehrten. Die Knochenreste geben Aufschluss über das Nahrungsnetz und das Ökosystem des frühen Perm-Zeitalters. Solche direkten Belege für Nahrungsbeziehungen sind extrem selten und helfen den Forschern, die Lebensweise dieser urzeitlichen Tiere besser zu verstehen.