Neue Erkenntnisse zur Ernährung urzeitlicher Top-Prädatoren durch fossiles Regurgitat
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Neue Erkenntnisse zur Ernährung urzeitlicher Top-Prädatoren durch fossiles Regurgitat

Einzigartiger Fund in der Fossilfundstätte Bromacker

In der berühmten Fossilfundstätte Bromacker in Thüringen haben Paläontologen um Arnaud Rebillard vom Museum für Naturkunde Berlin einen außergewöhnlichen Fund gemacht: ein 290 Millionen Jahre altes fossiles Regurgitat. Dieser versteinerte Magenauswurf eines urzeitlichen Raubtiers ist der älteste bekannte Nachweis einer Regurgitation bei landlebenden Fleischfressern und liefert wertvolle Einblicke in das Ökosystem des frühen Perm-Zeitalters.

Was ist ein Regurgitat?

Ein Regurgitat besteht aus unverdaulichen Nahrungsresten, die ein Raubtier nach der Verdauung wieder auswürgt. Bei heutigen Tieren wie Eulen sind solche Gewölle gut bekannt. Sie enthalten oft Knochen, Haare oder Federn der Beutetiere. Der Fund aus Bromacker zeigt, dass auch die frühen Vorfahren der Säugetiere diese Fähigkeit besaßen. Die Knochen im Regurgitat sind noch weitgehend intakt, was darauf hindeutet, dass der Räuber seine Beute im Ganzen verschlang.

Analyse des fossilen Gewölles

Mithilfe moderner Computertomografie konnten die Forscher die Knochenreste im Regurgitat detailliert analysieren. Die Untersuchungen ergaben, dass das Gewölle Überreste von mindestens drei verschiedenen Beutetieren enthält: zwei kleinere, agile Landwirbeltiere und ein größeres, pflanzenfressendes Tier. Diese Vielfalt deutet darauf hin, dass der Räuber ein opportunistischer Fleischfresser war, der sowohl jagte als auch Aas fraß.

Mögliche Urheber des Gewölles

Aufgrund der Größe und Zusammensetzung des Gewölles kommen zwei große Fleischfresser der damaligen Zeit infrage: Dimetrodon teutonis und Tambacarnifex unguifalcatus. Beide Tiere waren die Top-Prädatoren ihrer Epoche und besaßen keine Zähne mit gezackten Schneidkanten, was darauf hindeutet, dass sie ihre Beute im Ganzen verschlangen. Dimetrodon ist vor allem durch sein markantes Rückensegel bekannt, während Tambacarnifex, dessen Name „Schlächter von Tambach“ bedeutet, ein waranähnlicher Fleischfresser war.

Wissenschaftliche Bedeutung des Fundes

Der Fund des fossilen Regurgitats ist von enormer wissenschaftlicher Bedeutung. Er liefert nicht nur direkte Belege für die Ernährung und das Fressverhalten urzeitlicher Raubtiere, sondern gibt auch Aufschluss über die trophische Struktur des frühen Perm-Ökosystems. Solche Funde sind extrem selten und ermöglichen es den Forschern, die komplexen Nahrungsnetze und Verhaltensweisen dieser urzeitlichen Tiere besser zu verstehen. Die Studie von Rebillard und seinem Team zeigt, wie wichtig interdisziplinäre Ansätze für die Paläontologie sind.

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Was wurde in der Fossilfundstätte Bromacker entdeckt?
  2. 2. Was versteht man unter einem Regurgitat?
  3. 3. Welche Tiere kommen als Urheber des Regurgitats infrage?
  4. 4. Wie viele verschiedene Beutetiere wurden im Regurgitat identifiziert?
  5. 5. Warum ist der Fund wissenschaftlich bedeutend?
  6. 6. Welche Methode wurde zur Analyse des Regurgitats verwendet?
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