Verlangsamte Belüftung: Warum das Tiefenwasser im Nordatlantik altert
Die Bedeutung der Ozeanzirkulation
Die Ozeane spielen eine wichtige Rolle für das Klima und das Leben im Meer. Durch Umwälzströmungen wird warmes Wasser in die Tiefe transportiert und kaltes Wasser nach oben gebracht. Gleichzeitig gelangt frisches, sauerstoffreiches Wasser in die Tiefe. Diese Belüftung ist essenziell für Meerestiere.
Neue Erkenntnisse zur Belüftung des Nordatlantiks
Forscher vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum haben herausgefunden, dass die Belüftung des Nordatlantiks immer schlechter wird. Sie bestimmten das „Alter“ des Tiefenwassers mithilfe von Spurengasen wie FCKW-12 und Schwefelhexafluorid. Die Ergebnisse zeigen, dass das Wasser heute etwa zehn Jahre länger braucht, um von der Oberfläche in die Tiefe zu gelangen als noch vor 30 Jahren.
Folgen der schlechteren Belüftung
Die verlangsamte Belüftung hat mehrere negative Folgen. Zum einen breitet sich sauerstoffarmes Wasser aus, was für viele Meerestiere gefährlich ist. Zum anderen kann das Meer weniger CO2 aufnehmen, was die Pufferwirkung der Ozeane im Klimawandel schwächt. Diese Entwicklung ist nicht nur im Nordatlantik zu beobachten, sondern scheint ein globales Phänomen zu sein.
Mögliche Ursachen
Die Wissenschaftler vermuten, dass der Klimawandel und die Abschwächung der nordatlantischen Umwälzströmung (AMOC) für die schlechtere Belüftung verantwortlich sind. Die AMOC hat sich seit 1950 um mehr als 15 Prozent abgeschwächt. Sowohl die Erwärmung der Meere als auch der Einstrom von Schmelzwasser aus der Arktis bremsen diese wichtige Umwälzpumpe aus.