Wie der Körper sich mit dem Alter verändert – und was man tun kann
Die ersten Anzeichen des Alterns
Viele Menschen merken mit Mitte 40, dass ihr Körper sich verändert. Der Knorpel in den Gelenken wird dünner, und es können Schmerzen auftreten. Besonders betroffen sind Knie, Schultern und die Wirbelsäule. Dr. Wolfgang Böker, ein erfahrener Orthopäde, erklärt: „Der Knorpel ist nicht dafür gemacht, dass wir 80 Jahre alt werden.“ Mit 50 Jahren zeigen sich oft die ersten arthrotischen Veränderungen. Das bedeutet, dass die Gelenke abnutzen. Männer reagieren oft empfindlicher auf diese Veränderungen als Frauen, weil sie den Verlust ihrer Leistungsfähigkeit als Kränkung empfinden.
Typische Beschwerden in verschiedenen Altersgruppen
Mit 30 Jahren kommen oft Marathonläufer zum Orthopäden, die über Schmerzen klagen. Dr. Böker sagt, dass solche Beschwerden manchmal psychische Ursachen haben. Mit 40 Jahren merken viele Männer, dass sie nicht mehr so schnell oder so lange Sport machen können wie früher. Frauen haben häufiger Probleme mit den Füßen, zum Beispiel einen Spreizfuß oder Hallux valgus. Ab 50 Jahren werden die Beschwerden stärker. Viele Menschen haben Schmerzen in den Schultern oder Knien. Dr. Böker vergleicht den Knorpel mit einem Autoreifen: Irgendwann ist er abgenutzt, und dann muss man etwas tun.
Bewegung als Schlüssel zur Gesundheit
Trotz der Veränderungen rät Dr. Böker zu Bewegung. Allerdings soll man den Sport an das Alter anpassen. Ab 60 Jahren empfiehlt er Ausdauersport wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking. Auch Krafttraining ist wichtig, aber nicht zu intensiv. Bewegung stabilisiert die Gelenke und kann Schmerzen lindern. Dr. Böker betont: „Der große Faktor ist der Muskel.“ Selbst wenn der Knorpel abgenutzt ist, kann eine starke Muskulatur die Beschwerden verringern.
Die Rolle der Genetik
Nicht alle Menschen altern gleich. Dr. Böker erklärt, dass die Genetik eine große Rolle spielt. Wenn die Eltern im Alter Probleme mit den Gelenken hatten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man selbst auch solche Probleme bekommt. Allerdings kann man durch einen gesunden Lebensstil und Bewegung viel tun, um die Beschwerden zu lindern. Dr. Böker sagt: „Wenn die Genetik nicht passt, können wir wenig machen. Aber ich biete dem Patienten immer etwas an.“